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ABSTRAKTE FRESKEN
Igor Osters "Abstrakte Fresken" sind anders als ihre Namensvetter nicht fest mit der Architektur verbunden. Sie sind einzeln, portabel auf Bütten gefertigt. Lose Blätter, in einer, für Aquarelle allerdings stattlichen Größe von 100 x 140 cm. Auch wenn es das Wasser ist, das die beiden Techniken verbindet, tut sich in Osters Fresken ein ganz eigener Kosmos auf. Weniger einer sakralen oder sozialen Idee verpflichtet, schafft Oster energetische Farb-Explosionen im Überformat, die eben nicht zwingend ortsgebunden betrachtet werden müssen, sondern individuell und für sich, in welcher Umgebung auch immer. Und genau durch diesen Widerspruch - das Dauerhafte des Freskos versus der Flüchtigkeit des Aquarells - macht die Spannung und den Reiz von Osters Arbeit aus. Die Blätter verweigern sich systematisch einer klaren Zuschreibung. Hier ist es nicht das Monumentale in einem Sakralbau, das zählt, sondern das fluide Farbspiel in seiner Vielschichtigkeit. Osters Farbschichten interagieren miteinander, überlagern und durchdringen sich, wobei der Prozess des Auf- und Abtragens stets spürbar bleibt. Wässrige Lasuren, aufgeworfene Acrylstrukturen und graphische Linien erzeugen ein Spannungsverhältnis zwischen Zartheit und Dramatik, das sich im Zusammenspiel der Farben immer wieder neu verdichtet. Die Wahl des Büttenpapiers wirkt dabei wie eine klug gewählte Referenz, weil es ein rauhes, unbehauenes Papier mit einer starken physischen Präsenz ist. So tritt das Material gleichberechtigt neben die Malerei und wird selbst zur Ausdrucksform. Die "abstrakten Fresken" eröffnen einen Imaginationsraum, der keine Wände braucht, um die Schöpfung einzufangen. Eine Bildfläche reicht.
Basel
Mit "Basel" geht Boris Ferreira in 25 Zeichnungen der Frage nach, welche Bedeutung Wasser und Wald für unsere Identität haben. Die 25 im Maßstab 1:1 abgebildete Zeichnungen von Boris Ferreira entstammen einer Serie, die während einer halbjährigen Künstlerresidenz in der Stiftung Bartels Fondation in Basel 2023/2024 entstanden sind. In vorangegangenen Zyklen gab es im gezeichneten Raum wenige Figuren, die der Blick der Betrachtenden zu Konstellationen verbinden musste. In Basel hat Boris Ferreira nun diese möglichen Verbindungen selbst gezeichnet - die Figuren hingegen sind verschwunden. Als Ausdrucksmittel für diese Nachverfolgung hat Boris Ferreira in dieser Serie die Doppellinie gefunden, die manchmal eher geknetet als gezogen anmutet. In seinem Essay spürt der Philosoph und Künstler, der in Lissabon aufwuchs und seit knapp zehn Jahren am Fuß des Schwarzwaldes lebt, den Bedeutungssphären von Wasser und Wald nach. Sie werden gegenübergestellt, unter Einsatz von Begriffen wie Schnelligkeit, Beständigkeit, Nahbarkeit, Schutz, Bedrohlichkeit, Fortsetzung, Wachstum und Belang, sowie den Begriffen totum analyticum und totum syntheticum von Kant. Es werden Aspekte unseres Bildes von uns selbst herausgestellt, die wir auf Wasser und Wald projizieren. Final wird die Frage verfolgt, inwiefern umgekehrt Wasser und Wald Unzulänglichkeiten unseres Bildes unserer Identität hervorheben lassen.
Bauhaus Taschenbuch Nr. 10. Meisterhäuser in Dessau
Brandenburgische Denkmalpflege | Neue Folge
Brandenburgische Denkmalpflege | Neue Folge
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che bellezza
CROOM
DIEB LUMEN DES BÖSEN
Mit einer Einführung von Thomas Miessgang Die Publikation erscheint anlässlich der Ausstellung "Dieb Lumen des Bösen" bei Christine König CHAPTER III, Wien 2025. Manfred Peckls "Dieb Lumen des Bösen" sind eine Hommage an Baudelaires "Die Blumen des Bösen", einem der Schlüsselmomente der literarischen Moderne. Zugleich zeugen die Wort-Collagen auch von einer raffinierten Akzentverschiebung. Denn was bei Baudelaire Metapher war, entpuppt sich hier als klares Bild, dass die Texte des Gedicht-Zyklus in einen neuen Kontext stellt. Peckl, der eigentlich eher für Performances bekannt ist, experimentierte schon in der Corona-Zeit mit einer Reihe von Wortskulpturen. Was ihn an diesem "Media-Crossover" interessiert, verriet er einmal im Kunstforum: "Alles ist gleichwertig. Ich bediene mich ständig am Einen fürs Andere. In Textpassagen finden sich Bildideen, Titel. Bilder führen zu Liedern, Performance vereint Musik, Text, Bild und Skulptur, Installation." Und so nähert er sich Baudelaires Schlüsselwerk mit einer Kulturtechnik, die an einen Cut up bzw. Remix erinnert. Ganz wie Christian Marclay in seinem Album "More Encores" mit Soundschnipseln anderer Künstler spielt, transformiert Peckl die Verse Baudelaires mit bildkünstlerischen und sprachmanipulativen Mitteln in etwas Neues. Peckl verwendet dazu die Originalverse als Grundierung und lässt poetische Text-Fragmente sich zu pflanzlichen Wortgebilden verzweigen, überlagert von neuen Bedeutungsschichten - "Wortstängel", "Wortkronen", "erblindeter Text". Wie performative Sprechakte, die Realität durch Sprache erschaffen, entstehen aus dieser Dekonstruktion neue Bedeutungssphären. Die Sprache wird nicht dargestellt, sie wird zum Kunstobjekt selbst - lebendig, mutierend, widerspenstig. "Dieb Lumen des Bösen" stoßen damit eine neue Tür auf für die Baudelaire-Rezeption. Oder, um es mit den Worten Peckls zu sagen: "FUCK, und vorbei ist die Ruhe, die Schönheit. FUCK." Manfred Peckl "Dieb Lumen des Bösen"
Du851 - das Kulturmagazin. Sebastiao Salgado
Du886 - das Kulturmagazin. Cuno Amiet
Du907 - Stars by Alberto Venzago
Virtuos pendelt der Zürcher Alberto Venzago mit seiner Kamera zwischen Reportage und Werbung, zwischen Dokumentation und Inszenierung. Zur Ausstellung seines Lebenswerks im Museum für Gestaltung Zürich ab Juli konzentriert sich Du auf seine Arbeit mit Weltstars aus Musik, Kunst und Kultur. Mit Mick Jagger, Tina Turner, Penélope Cruz, Andy Warhol und vielen anderen.
Du922 - das Kulturmagazin. Cindy Sherman. Verwandlungskünstlerin
Die amerikanische Künstlerin Cindy Sherman gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten und einflussreichsten Akteuren der Kunstwelt. In ihren Fotografien inszeniert sie sich ausschliesslich selbst. Perfekt maskiert, verkleidet und geschminkt verkörpert sie die unterschiedlichsten Charaktere, nimmt unterschiedliche Identitäten an. Es geht ihr darum, Stereotypen aufzuzeigen und sie zu hinterfragen. "Du" widmet ihr eine Ausgabe über Leben und Wirken. Zu Shermans wichtigsten Serien zählt 'Untitled Film Stills' (1977-1980); in den 70 Schwarzweiß-Fotografien inszeniert sich Sherman selbst als Modell in fiktiven Filmszenen. Des Weiteren hat sich Sherman über ihre ganze Karriere hinweg mit der Modeindustrie beschäftigt, mit deren Abgründen und dem stereotypen Bild von Weiblichkeit, aber auch mit der hohen Kunst der High Fashion. Die umfangreich illustrierte "Du"-Ausgabe zeigt Werke aus dieser Seite ihres Werkes, wie auch aus den Serien 'Untitled Film Stills' und den 'History Portraits' (1988-1990), in denen sich die Künstlerin als historische Figuren im Stil der alten Meister darstellt. Das Magazin enthält zudem Fotografien Shermans neuester Arbeit 'New Faces' aus dem Jahr 2023. In ihr setzt die Künstlerin und Fotografin mit digitaler Collagetechnik Gesichter neu zusammen.Shermans Werke sind bis zum 10. September 2023 in der Staatsgalerie Stuttgart in der Ausstellung 'Cindy Sherman - Anti-Fashion' zu sehen, vom 7. Oktober 2023 bis zum 28. Januar 2024 in den Deichtorhallen Hamburg und vom 27. September 2024 bis zum 2. Februar 2025 im Fomu - Fotomuseum Antwerpen. In Zürich zeigt die Galerie Hauser & Wirth noch bis am 16. September 2023 Shermans Arbeit 'New Faces'.
Du930 - das Kulturmagazin. Ikonen der Côte d'Azur von Edward Quinn
Der Ire Edward Quinn (geboren 1920 in Dublin, gestorben 1997 in Altendorf/Schweiz) war der erste Fotograf, der an der Côte d'Azur in grossem Rahmen die Prominenz fotografierte. Ab den Golden Fifties reiste er zwischen Monte Carlo, Nizza, Cannes und Saint-Tropez umher, um Schauspieler, Künstler, Unternehmer und den Adel vor die Leica zu bekommen. Damals bewegten sich die Celebritys noch ohne Bodyguards und Presseagenten: Unternehmer wie Aristoteles Onassis, Schauspieler wie Brigitte Bardot, Alain Delon, Sophia Loren, Marlon Brando, Greta Garbo, Cary Grant, Marlene Dietrich, Schriftsteller wie Somerset Maugham, Künstler wie Pablo Picasso, Alexander Calder, Salvador Dalí.Quinn fotografierte sie alle. Mit manchen entstand sogar eine Freundschaft. Jene mit Picasso begann 1951 und hielt bis zum Tod des Künstlers 1973. Picasso war schon damals berühmt. Er mochte Quinn und erlaubte ihm sogar, ihn bei der Arbeit in Vallauris zu fotografieren. Quinn besuchte ihn regelmässig während zwanzig Jahren.Diese Ausgabe der "Du" zeigt eine Auswahl von Quinns Begegnungen. Er hat diese selbst schriftlich festgehalten. Oft brauchte er viel Zeit und Geduld, bis er das Vertrauen der Celebritys gewonnen hatte. Onassis traf er das erste Mal auf seinem Anwesen in Cap d'Antibes. Er wollte sich aber nicht ablichten lassen, zeigte Quinn aber sein Fotoalbum, weil er stolz war auf seine Schiffe und Tanker.Onassis war eher klein von Statur, trotzdem strahlte er eine Männlichkeit aus, die Frauen anzog, auch die Operndiva Maria Callas. Viele bezeichneten ihn als den charmantesten Mann seiner Zeit. Quinn durfte mit an die üppigen, unvergesslichen Partys auf seiner Luxusjacht Christina - und da auch fotografieren. So entstanden unzählige Zeitdokumente.Quinn wusste, wo er die Stars antreffen konnte; vor allem grosse Luxushotels waren beliebt: das Hôtel de Paris in Monte Carlo, das Hôtel Negresco in Nizza, das Hôtel du Cap d'Antibes und das Carlton in Cannes. Quinn konnte lange frei arbeiten. Das änderte sich drastisch nach der Hochzeit von Fürst Rainier und Grace Kelly im Jahr 1956, die das Interesse der Weltpresse weckte. Ab dann brauchte man für alle offiziellen Gelegenheiten eine Erlaubnis. Aber Quinn war stets unter ihnen: den Reichen und den Schönen - auf der grössten und schönsten Bühne der Welt.