Naturwissenschaft
Spektrum Dossier 1/2026 Faszination Gedächtnis
Liebe Leserinnen und Leser, schreiben Sie auch so gerne To-do-Listen? Stellen sich Erinnerungswecker für die nächsten Arzttermine? Und notieren sich sicherheitshalber noch mal, dass die Kollegin morgen Geburtstag hat? Mein Smartphone ist voll mit derartigen Notizen. Ich möchte nichts vergessen, und doch frage ich mich manchmal, ob ich meinem Gedächtnis mit all diesen kleinen Hilfsmitteln nicht schade.Diese Frage entsteht wohl auch deshalb, weil wir Erinnern oft mit Leistung gleichsetzen - und Vergessen mit Versagen. Dabei ist das Vergessen in einer Zeit, in der wir mit Aufgaben, Eindrücken und Informationen überschüttet werden, eine Grundvoraussetzung dafür, dass unser Gehirn gesund funktioniert. Es ist kein Makel, sondern ein notwendiger Mechanismus, der uns hilft, die Flut der Eindrücke zu ordnen und handlungsfähig zu bleiben.Tatsächlich arbeitet unser Gehirn ununterbrochen daran, Wichtiges zu stabilisieren und Überflüssiges auszusortieren. Und dieser Prozess beginnt früher, als viele denken: Schon Einjährige legen erste, erstaunlich robuste Gedächtnisspuren an. Andere Erinnerungen hingegen verblassen, werden überschrieben oder manchmal sogar durch vermeintliche 'Erinnerungen' ersetzt, die in Wirklichkeit Konstruktionen unseres Gehirns sind. Das Gedächtnis ist ein System, das fortwährend auswählt, verstärkt, schwächt, löscht - und sich dabei selbst verändert.Die Neurowissenschaften beschäftigen sich schon lange mit der Frage, wie wir unser Gedächtnis beeinflussen können. Dass Gerüche und Musik Erinnerungsmechanismen aktivieren, haben Sie sicher auch schon erlebt. Doch auch grundlegende Faktoren wie Licht, Bewegung und Schlaf haben einen großen Einfluss auf unser Erinnerungsvermögen.In dieser Ausgabe widmen wir uns daher den vielen Facetten des Erinnerns und Vergessens. Warum tut es gut, Gedanken bewusst loszulassen? Schwächen digitale Helfer unser Gedächtnis - oder unterstützen sie es sinnvoll? Und wie gelingt es uns, die beeindruckende Anpassungsfähigkeit unseres Gehirns zu nutzen, selbst noch im höheren Alter?Ich wünsche Ihnen viel Freude mit dieser ersten Ausgabe unserer neuen Reihe 'Spektrum Dossier'! Herzlichst Carolin Wagener, Redaktion Spektrum der Wissenschaft.
Spektrum Dossier 2/2026 Menschen im Gespräch
Spektrum Dossier 3/2026 Die Macht der Gene
Cambridge gilt als Keimzelle der modernen Genforschung. Hier entwarfen James Watson und Francis Crick 1953 ihr Modell der DNA-Doppelhelix - kurz nachdem Rosalind Franklin deren Struktur per Röntgenanalyse aufgedeckt hatte. Weniger bekannt ist, dass die Stadt sogar einen DNA-Radweg besitzt. Über gut eineinhalb Kilometer codieren mehr als 10¿000 farbige Linien die Basenpaarsequenz des BRCA2-Gens. Rund sieben von zehn Frauen, bei denen dieses Gen mutiert ist, erkranken im Lauf ihres Lebens an Brustkrebs. Erstaunlich, welche Folgen ein einziger Defekt in einem winzigen Abschnitt unseres Erbguts haben kann! Zum Vergleich: Würde man das gesamte menschliche Genom im selben Maßstab wie die Radstrecke in Cambridge darstellen, würde der Weg etwa zehnmal die Erde umrunden.So eindeutig wie beim BRCA2-Gen lassen sich genetische Varianten und Krankheiten jedoch selten verknüpfen. Meist geht eine Störung auf ein komplexes Zusammenspiel vieler Gene und äußerer Einflüsse zurück. Autismus ist ein solches Beispiel: Es gibt nicht das eine Autismus Gen. Fachleute identifizieren zwar immer mehr Varianten, die das Risiko erhöhen - aber wie diese einander beeinflussen und welche Rolle etwa frühe Entwicklungsbedingungen im Mutterleib spielen, ist noch längst nicht vollständig verstanden.Das vorliegende 'Spektrum Dossier' beleuchtet die vielen Facetten der Genetik. Was bedeutet es etwa, wenn Musikalität zu rund 50 Prozent erblich ist? Kann ich ein Instrument nur halb so gut spielen wie jemand mit 'perfekten' Genen, egal wie lange ich übe? Hier zeigt sich ein verbreitetes Missverständnis: die Vorstellung, das Erbgut bestimme unser Schicksal.Ein eindrückliches Beispiel schildert der Autismusforscher Thomas Bourgeron im Interview in diesem Heft. Er traf eine Mutter, deren Sohn dank intensiver Förderung sprechen gelernt und sich gut entwickelt hatte. Als sie später erfuhr, dass der Sohn Träger einer genetischen Mutation ist, sagte sie: 'Hätten wir das früher gewusst, hätten wir nicht so gekämpft. Ein Kampf gegen die Gene, dafür hätte ich nicht die Energie gehabt.' Das habe Bourgeron vor Augen geführt, wie sehr manche Menschen ihr Leben durch Erbfaktoren vorbestimmt sehen. Für ihn ist klar: Gene beeinflussen unser Leben, doch sie legen es nicht fest.
Spektrum edition Nr. 7 - Dynamische Erde
Liebe Leserinnen und Leser, vor rund 30 Jahren kam ich erstmals mit Inhalten von 'Spektrum der Wissenschaft' in Berührung. Der Verlag brachte damals Sammelbände zu verschiedenen Themen heraus, und ich besorgte mir unter anderem die Ausgaben zu 'Biodiversität' und 'Geodynamik und Plattentektonik'. Bis heute fasziniert mich die Forschung rund um die beiden Komplexe, von denen wir in dieser 'edition' die Dynamik der Erde erneut aufgreifen.Besonders eindrucksvoll zeigen sich die gewaltigen Kräfte im Erdinneren in Gebirgen oder an Vulkanen, die ich gerne als Ziele ansteuere: Blicke ich beispielsweise von einem Gipfel über die Alpen, ist das wie eine Zeitreise durch die Erdgeschichte. Schließlich dauert es Millionen Jahre, um Gebirge aufzufalten - oder ganze Kontinente über die Erdoberfläche zu bewegen. In Bruchteilen von Sekunden können sich diese Kräfte jedoch auch zu Katastrophen entfesseln, wenn lange miteinander verhakte Gesteinsschichten brechen und die Erde bebt. Das will selbst ein Freund der Geophysik wohl nicht selbst erleben.Das Antlitz der Erde prägen aber noch weitere, nicht minder faszinierende Prozesse an der Oberfläche, etwa die Erosion durch Flüsse, die Macht der Gezeiten oder schnelle Massebewegungen, die der Schwerkraft folgen und ganze Berge im wahrsten Sinne versetzen können. Noch können wir Menschen diese dynamischen Ereignisse nur in Maßen oder gar nicht beeinflussen. Doch erste Ansätze werden unter dem Stichwort des Geoengineering erprobt. Ich denke, dass wir uns davor hüten sollten - zu wenig wissen wir, was passiert, wenn wir diese Manipulation in große Stile durchführen würden.In dieser 'edition' stellen wir Ihnen einige der wichtigsten und spannendsten Erkenntnisse über die 'Dynamische Erde' vor, die in den letzten Jahren erforscht wurden. Und dennoch bewahrt sich unser Planet weiterhin viele Geheimnisse. Ich bin deshalb sicher, dass wir nicht erst wieder in 30 Jahren einen neuen großen Sammelband zu den Kräften der Erde bekommen werden.Herzlich grüßt Daniel Lingenhöhl, Chefredakteur Spektrum der Wissenschaft.
Spektrum MINT 1/26 - KI-Agenten
Spektrum MINT 2/2026 - Rechnen mit Zukunft
Spektrum MINT 3/2026 - Photovoltaik der Zukunft
Spektrum Spezial - Neue Materialien
Spektrum Spezial BMH 1/2025 - Chemie des Lebens
Spektrum Spezial PMT 1/2025 - Faszinierende Physik des Alltags
Begeisternde Lichtspiele, Seifen- und Antiblasen, Strukturen aus Eis, fliegende Spinnen, loderndes Feuer und knitterfreie Kleidung sind nur eine Auswahl an alltäglichen Phänomenen, die wir Ihnen in dieser Ausgabe der Spektrum-Spezial-Reihe 'PMT - Physik, Mathematik, Technik' zusammengestellt haben. Viele davon werden Ihnen bekannt sein. Wir zeigen sie aber, wie Sie sie vermutlich noch nicht kennen und erklären die physikalischen Zusammenhänge dahinter - lassen Sie sich von der Physik des Alltags faszinieren!
Spektrum Spezial PMT 2/2025 - Künstliche Intelligenz
Spektrum Spezial PMT 3/2024 - Formen der Mathematik
In der Mathematik geht es nicht nur um Zahlen. Das Fach ist erstaunlich vielfältig und taucht in allerlei verschiedenen Gewändern auf: mal in Form von bunten Fraktalen wie der berühmten Mandelbrotmenge, mal als geisterhafte Kacheln, die einen Boden mit erstaunlichen Mustern versehen - oder auch als zerknittertes Stück Papier. All diese unterschiedlichen Strukturen bergen spannende mathematische Eigenschaften, die Fachleute in den letzten Jahren entdeckt und ins Staunen versetzt haben.
Spektrum Spezial PMT 3/2025 - Den Kosmos entschlüsseln
Spektrum Spezial PMT 4/2025 - Eine Theorie von allem