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"#1" von Karen Köhler. Erzähltextanalyse
Studienarbeit aus dem Jahr 2022 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, , Sprache: Deutsch, Abstract: Da es in der Forschungsliteratur wenig Erkenntnisse und Publikationen zu Karen Köhler gibt und sie ein besonderes Augenmerk auf das menschliche Empfinden legt, soll in der vorliegenden Arbeit die Darstellung der Gefühle der Protagonistin genauer untersucht werden. Als Methode wird die Erzähltextanalyse verwendet, die auf der Erzähltheorie basiert. Für eine fundierte Analyse wird die Geschichte #1 mit den Kategorien "Motivierung" und "Raum" untersucht. Die genaue Forschungsfrage lautet: Wie werden die Gefühle der Protagonistin durch die Motivierung und die Darstellung der Räume zur Geltung gebracht?Für die Beantwortung werden in einem ersten Teil die narratologischen Kategorien vorgestellt. Im zweiten Teil werden zuerst einige narratologische Grundaussagen zu der Geschichte getroffen, bevor es zu der fundierten Analyse der beiden Kategorien und einem abschließenden Fazit kommt.Mit der Veröffentlichung ihres ersten Erzählbandes "Wir haben Raketen geangelt" ist die bis dahin in der Literaturszene unbekannte Hamburger Autorin Karen Köhler in das Blickfeld der breiten Öffentlichkeit sowie des literarischen Diskurses geraten. Die Geschichte #1 handelt von einem alkoholabhängigen Vater und seiner Tochter, die ihm in der Mittagspause Lebensmittel nach Hause bringt. Sie hofft darauf von einem wohlgesinnten Vater in Empfang genommen zu werden, allerdings merkt sie beim Eintreten in die Wohnung, dass dem nicht so ist. Nach dem Auspacken der Lebensmittel findet sie ihren Vater bewusstlos auf dem Sofa. Sie durchlebt einen Schockmoment, in dem sie denkt, er ist verstorben. Kurz darauf hört sie ihn jedoch atmen und befindet sich in einem Tumult der Gefühle, gefangen zwischen Erleichterung, Frust und Enttäuschung. Am Ende der Geschichte räumt sie die Wohnung etwas auf und kehrt in ihren Alltag zurück.
"... meine Seele ganz vernichtet": Fremdheit in Euripides' und Christa Wolfs Medea
Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft, Note: 1,7, Universität zu Köln (Institut für deutsche Sprache und Literatur), Veranstaltung: Literatur und Fremdheit, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Medea-Mythos hat die Menschen seit jeher fasziniert. Überlieferungen zur Medea waren Ausgangspunkt für Gedichte, Theaterstücke, Gemälde, Romane und Opern. Sie alle haben den Stoff, abgestimmt auf die Bedürfnisse ihres eigenen Zeitalters verschieden zu akzentuieren oder modellieren gewusst. Der römische Dichter Ovid etwa interessierte sich vor allem für die "hexenhafte Dimension" der Geschichte, während sein römischer Landsmann Seneca "ungezügelter Rhetorik und Strömen von Blut" besonderen Platz einräumte.1Dabei blieb in den Verformungen des Mythos stets ein zentraler Kern bestehen, welcher von den Autoren gleichsam ummantelt wurde. Die wissenschaftliche Rezeption hat je nach Art dieser Ummantelung versucht, Medea innerhalb eines kulturell und moralisch irgendwie akzeptablen Deutungsmusters zu positionieren: zwischen Frau und Mann, liebender Mutter und Mörderin, Täterin und Opfer etc.2 Unter diesen dichotomen Begriffspaaren kommt der "Dazugehörigkeit und Fremdheit"3 eine besondere Rolle zu. Bereits in der rezeptionsgeschichtlich bedeutsamsten Fassung, 4 der des Athener Dramatikers Euripides, hat diese eine tragende Funktion.Diese wird noch gesteigert in der neuesten und radikal umgestalteten Version des Mythos. In "Medea. Stimmen" von 1996 stellt Christa Wolf der mordlüsternen Medea der antiken Fassung eine neue Medea entgegen. Dabei versucht sie, den Rahmen der reichen Überlieferung des Medea-Mythos nicht zu sprengen, sondern klug aus den vorhandenen Quellen und dem Stoff schöpfend eine alternative Möglichkeit des Mythos aufzuzeigen.5Dabei wird man als Leser beständig mit der Fremde und Konstellationen von Fremdheit konfrontiert. Denn Medeas Wirkungspotential liegt, wie Manfred Schmeling richtig gesehen hat, "in der Komplexität der sie kennzeichnenden Fremdheitsmuster, in ihrer multiplen Alterität".6 Sie repräsentiert geradezu eine 'Kultur des Anderen'. In dieser Arbeit wird Medeas Rolle als Frau in Korinth und ihre dortige zwischen den Polen Faszination und Ablehnung changierende Stellung thematisiert. In einem letzten Kapitel wird die zweite Hauptperson, Jason, in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt. Ihm hat Wolf eine Rolle zugedacht, die man aus einer postkolonialen Perspektive betrachtet als die des Kolonisators bezeichnen könnte. Seine Form der Wahrnehmung der Fremde ist bezeichnend für den Diskurs zur Fremdheit in Korinth.Dabei regt Wolf auch ein Nachdenken über die Macht der Literatur an. Denn unser heutiges "Medea-Bild" entspringt (...)
"... und er schloss sie zärtlich in die Arme".
"... übersetzt von Peter Handke" - Philologische und translationswissenschaftliche Analysen
Obwohl das Übersetzen im literarischen Schaffen Peter Handkes einen beachtlichen Raum einnimmt, ist es bisher von der Kritik weitgehend vernachlässigt worden. Der vorliegende Band enthält Beiträge von Vertreterinnen und Vertretern der Klassischen Philologie, der Komparatistik, der Germanistik, der Romanistik, der Slawistik und der Translationswissenschaft aus sechs Ländern. Sie beleuchten das übersetzerische Werk des vielsprachigen Autors aus der Perspektive der jeweiligen Disziplin in Form von Überblicksdarstellungen und Einzelanalysen.
"...den Schmerz des Seins in höchste Lust verkehren" - E.T.A. Hoffmanns Prinzessin Brambilla: eine Untersuchung des ethisch-ästhetischen Programms.
Studienarbeit aus dem Jahr 2000 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Universität Hamburg (Institut für Germanistik II), Veranstaltung: E.T.A. Hoffmann Prinzessin Brambilla, Sprache: Deutsch, Abstract: Wenn Hoffmanns Prinzessin Brambilla manchem, einschließlich ihres eigenen Helden, "den Kopf schwindlicht macht" , so liegt das nicht daran, dass sie sich durch alle mögliche Allotria einer jeden "vernünftigen" Analyse entzöge. Vielmehr wird man bei sorgfältigem Lesen feststellen, dass die Ereignisse und Figuren des Capriccios ebenso hübsch in eine klare, freilich erst vom Schluss her auflösbare Form schlüpfen, wie Giacinta bereits im ersten Kapitel in ihr Prinzessinnenkleid: "Alles fügte und schickte sich, jede Nadel saß im Augenblick recht, jede Falte legte sich wie von selbst, es war nicht möglich zu glauben, dass das Kleid für jemanden anders gemacht sein könnte als eben für Giacinta." (PB, 9). Darauf, wie sich alles fügt, wie sich das "Programm" der Erzählung entfaltet, Giglios Reise vom Papptragöden über den jämmerlich kleinen Konfektschächtelchenprinz zum Arlecchino, der, "gewaltiger Kaiser, mit seiner Colombina über ein schönes, herrliches, glänzendes Reich" (PB, 37) herrscht, wird sich ein Großteil dieser Arbeit beziehen. Allerdings gelesen durch die Folie eines weiterreichenden, ethisch-ästhetischen Programms, das Produktions- ebenso wie Interpretationsbedingungen des Capriccios bestimmt, und wohl die eigentliche Ursache des einen oder anderen Schwindelanfalls darstellt. Denn nicht nur Giglio und Giacinta sollen für die Commedia dell' arte zurechtgerückt werden, um als würdige Nachfolger des poetischen Herrscherpaares Ophioch und Liris, die Kunst des Theaters zu schaffen, mithin selbst ein Reflexionsmedium zu werden, dessen Zweck es ist, in den Menschen Lust zu entzünden, die sie vom Alltäglichen, selbst Schmerzlichen distanziert, es gar als "Faxen" des Lebens erscheinen lässt. Auch an der Leserin, dem Leser soll sich dieses Programm verwirklichen: im Nach-vollziehen von Giglios Reifeprozess, der durch nicht wenige Rückschläge gekennzeichnet ist, und mit dem das Leben (besser, sein Erzähler) nicht eben sanft umspringt, sollen wir lernen, über die Faxen und die Kontingenz unseres Lebens zu lachen, sollen wir "den Schmerz des Seins in hohe Lust verkehren" (PB 143).
"...ein garstiger, breiter Graben... " Gotthold Ephraim Lessing in der Konfrontation "Vernunft versus Religion und Glaube"
Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,7, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Germanistisches Seminar), Veranstaltung: Proseminar, Sprache: Deutsch, Abstract: Das, das ist der garstige breite Graben, über den ich nicht kommen kann, sooft und ernstlich ich auch den Sprung versucht habe. Kann mir jemand hinüberhelfen, der tü es; ich bitte ihn, ich beschwöre ihn. Er verdienet einen Gotteslohn an mir.6 Lessing situiert sich selbst also auf der Vernunftsseite des Grabens. Der Sprung auf das gegenüberliegende Ufer wird ihm durch sein rationelles Denken verwehrt. Er kann den durch die historische Kritik gebildeten Abgrund, der sich vor ihm auftut, nicht überwinden. Aber ein Wille, über den Graben zu kommen existiert; der Wunsch, sich von der Rationalität wenigstens etwas abzulösen und den Glauben zu verstehen, vielleicht sogar selbst anzufangen, an eine geoffenbarte Religion zu glauben, ist da. Aber er schafft diesen Sprung nicht, weil er die Religionsgeschichte für zufällig hält und nach einer Wahrheit fragt, die unabhängig von der Historie existiert. So bittet er um Hilfestellung bei der Überwindung des Abgrunds, oder sucht zumindest nach einer Brücke, über die er sich dem anderen Ufer, der "Glaubenbereitschaft", wenigstens annähern kann.
"...und die ganze Welt verliert sich um mich her." Zum Realitätsverlust in Johann Wolfgang Goethes Roman "Die Leiden des jungen Werthers"
Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,7, Christian-Albrechts-Universität Kiel, Sprache: Deutsch, Abstract: (...) Auch in Johann Wolfgang Goethes 1774 publiziertem Briefroman "Die Leiden des jungen Werthers" wird der Realitätsverlust durchaus thematisiert: Der Protagonist Werther schreibt fortlaufend Briefe an seinen Freund Wilhelm, aus denen immer deutlicher hervorgeht, dass er selbst in besonderem Maß davon 'betroffen' ist. Wohl auch deshalb mehren sich in den letzten Jahren die Versuche, den "Werther" unter psychoanalytischen Aspekten interpretieren zu wollen. Diese für die "Werther"-Forschung durchaus früchtetragenden Arbeiten konzentrieren ihren Blick allerdings eher auf die melancholische Erkrankung Werthers oder seine Gesamtpersönlichkeit; weniger aber wird darin die Entwicklung seines Realitätsverlustes im Ganzen nachvollzogen. Aus diesem Grund soll deren Analyse Gegenstand der vorliegenden Untersuchung sein. Insbesondere wird der Fragestellung nachgegangen, welche Ursachen, Symptome und Folgen des Realitätsverlustes sich für die Hauptfigur des Romans abzeichnen. Zuerst wird dabei das Interesse auf die Erzählform gestützt, weil es sich - wie bereits erwähnt - bei "Die Leiden des jungen Werthers" um einen Briefroman handelt, in dem das subjektive Erleben und Empfinden des Protagonisten eine besondere Rolle spielt und auch eine methodische Funktion übernimmt. U.a. lässt sich daraus die Genese des Realitätsverlustes ableiten, auf die das Augenmerk im nächsten Abschnitt der Arbeit zu richten sein wird. Hier sollen insbesondere Werthers Kindheit, seine Flucht in die Isolation und die damit verbundene Ichbezogenheit untersucht werden. Denn aus jenen Ursachen ergibt sich letztendlich Werthers Fehldeutung der Umwelt, die im nächsten Abschnitt der Arbeit unter Berücksichtigung seiner Naturwahr-nehmung und der falschen Interpretation von Lottes Verhalten näher erläutert werden soll, um abschließend die Folgen des Realitätsverlustes für die Hauptfigur offen zu legen. Dabei werden die seelische Erkrankung Werthers, seine gescheiterten Therapieversuche und der schließlich stattfindende Entschluss zum Freitod als wichtigste Merkmale herausgearbeitet. Zitate sind in der vorliegenden Arbeit als solche durch Anführungszeichen kenntlich gemacht und mit einer Fußnote versehen. Alle anderen einge-klammerten Hinweise, wie z.B. (vgl. Kap. 2.1.), sind Binnenverweise dieser Arbeit.
"...und Gott sprach zu Lenz" oder Lenz´ religiöse Dekadenz im psychischen Kollaps
Studienarbeit aus dem Jahr 2000 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: sehr gut, Universität Konstanz (FB Literaturwissenschaft), Veranstaltung: Einführung in das Studium der Neueren deutschen Literatur, Sprache: Deutsch, Abstract: Bei der Auseinandersetzung mit Georg Büchners "Lenz", wird bei genauer Betrachtung ein gewisser theologischer Aspekt innerhalb der Geschichte sichtbar, welcher in diese eingeflochten ist. Er dokumentiert in z.T. dramatischer Art und Weise die religiöse Entwicklung und den Wandel Lenz¿ von einem sich mit dem christlichen Glauben befassenden , über einen fanatischen, sich mit der Figur des Jesus Christus gleichsetzenden Mann, zu einem selbsternannten Atheisten und sogar der Gleichstellung mit Satan und der Verachtung der eigenen Existenz. Dadurch verschafft er der Erzählung einen Sichtpunkt, von dem man eine analoge Perspektive zum geistigen bzw. emotionalen Wandel (bezogen auf den gesundheitlichen Zustand) erhält und zwar in einem religiösen Rahmen. Parallel zu seinem sich verschlechternden Geisteszustand, fällt er ab vom christlichen Glauben. Es wird im folgenden der Verlauf dieses religiösen Wandels anhand markanter Textstellen dokumentiert und, soweit angemessen, mit biblischen Auszügen, auf dessen Inhalt sich diese beziehen mögen, verglichen. Dabei wird in einzelnen Fällen eine Beziehung zum gesamten Kontext (evtl. parallel zum Krankheitsverlauf) hergestellt. Zusammenfassend wird der Versuch unternommen, eine mögliche Bedeutung für dieses Werk und den Autor zu formulieren. Es sollen an diese Stelle innerhalb eines Resümees weitere mögliche, diesen theologischen Blickwinkel betreffende, Thesen formuliert werden.
"...und kosten von Freuden und Leiden"
"...vergnügt bis an ihr Ende..."
"Aber ist das eine Antwort?" Die Theodizee in Heinrich Heines späten Gedichten
Studienarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Friedrich-Schiller-Universität Jena (Institut für Germanistische Literaturwissenschaft), Veranstaltung: Neuere Deutsche Literatur: Literatur und Religion, Sprache: Deutsch, Abstract: Seit Jahrhunderten stellen sich Menschen die Frage, ob es einen gütigen Gott angesichts des zahlreichen Leids in der Welt geben kann. Ein wichtiger deutscher Schriftsteller, der sich mit dieser als "Theodizee" bezeichneten Problematik beschäftigte, ist Heinrich Heine. Bei Heine stellt sich die Beschäftigung mit der Theodizee aus mehreren Gründen als besonders dar: Heine war den überwiegenden Teil seines Lebens Atheist. Er stammt aus einer jüdischen Familie, konvertierte später zum Protestantismus und hat daher sowohl einen jüdischen als auch einen christlichen Hintergrund. Diese Konstellation macht eine Auseinandersetzung mit der Theodizee des Dichters hoch interessant. Ausdruck finden Heines Überlegungen zur Rechtfertigung Gottes angesichts des Leids in seinen beiden letzten Gedichtbänden "Romanzero" und "Gedichte. 1853 und 1854". Daher sollen hier diese Werke hinsichtlich der Theodizee untersucht werden. Es soll dabei gezeigt werden, dass sich Heine intensiv mit der Problematik auseinandersetzte und sie in seinen Gedichten verarbeitete. Zudem wird analysiert, wie der Dichter in seinen Überlegungen eine Positionierung zu zahlreichen Argumentationen und Theorien zur Theodizee vornahm, indem er einige verwarf und aus anderen Anregungen erhielt, insgesamt aber keine überzeugende Antwort finden konnte.Um diese These zu belegen, wird zunächst die Theodizee ausführlich, beginnend mit der Erläuterung des Begriffs, dargestellt. Anschließend werden die verschiedenen Theorien zur Rechtfertigung Gottes und ihre Entwicklungen diachron abgebildet. Außerdem werden als weitere Grundlagen für Heines Überlegungen die Theodizee im Judentum und wichtige Begründungen für das Leid beschrieben. Indem die Theodizee zu Zeiten Heines erläutert wird, kann die Basis für eine genaue Betrachtung der Überlegungen des Dichters gelegt werden. Mit einer quantitativen Analyse der Gedichtbände "Romanzero" und "Gedichte. 1853 und 1854" wird sich intensiv mit der Lyrik Heines auseinandergesetzt und gezeigt, inwieweit der Dichter die Theodizee in seinen Gedichten expliziert. Fortgesetzt wird die Untersuchung mit einer konkreten Betrachtung der Theodizee Heines. Dafür werden zunächst die notwendigen biografischen Hintergründe geliefert. Anschließend widmet sich je ein Kapitel einem Gedichtband, bevor mit einem Gesamtüberblick über die Theodizee in den späten Gedichten Heines die Analyse der Texte vollendet wird. Eine Zusammenfassung der erarbeiteten Ergebnisse schließt die Darstellung ab.
"All' Ihre Briefe sind an Ort und Stelle"
"Allein irre ich in der großen Stadt umher". Albert Ehrenstein und Karl Tubutsch
Studienarbeit aus dem Jahr 1994 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1, Universität Wien (Institut für Germanistik), Veranstaltung: Prosa des Expressionismus, Sprache: Deutsch, Abstract: Schon von Albert Ehrensteins Zeitgenossen wurde der Dichter des "Tubutsch" mit seiner Figur aus der gleichnamigen Erzählung vielfach in einem Atemzug genannt und gleichgesetzt. Stefan Zweig steht hier stellvertretend für so manchen zeitgenössischen Rezipienten, wenn er 1937 diesen biographischen Zugang zum Werk folgendermaßen auf den Punkt bringt:"Tubutsch, dieser verlorene Schlemihl-Schatten seines Dichters Albert Ehrenstein." In diesem Sinne geht es im ersten Teil dieser Arbeit darum, biographische Parallelen zwischen Albert Ehrenstein und seiner Figur Karl Tubutsch aufzuzeigen. In der Folge werden dagegen - unserer Meinung nach entscheidende - Unterschiede zwischen Ehrenstein und Tubutsch herausgearbeitet. Weiters wird in der Arbeit auf Ernst Weiß eingegangen, der Tubutsch vor allem als jüdische Symbolfigur sieht. Außerdem wird versucht, die Wanderungen des Karl Tubutsch ganz konkret nachzuzeichnen und daraus einen Schluss zu ziehen. Das letzte Kapitel der Arbeit sieht die Erzählung quasi auf den Tod zutreiben.
"Aller manne sch¿ne bluomen kranz": Parzival als Objekt der Wahrnehmung im III. Buch
Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik, Note: 1, Technische Universität Dresden, Veranstaltung: Hauptseminar: Parzival, Sprache: Deutsch, Abstract: Parzival wäre nicht der Protagonist des höfischen Romans Wolframs von Eschenbach, wenn er eindeutig und ohne großes Aufsehen zu erregen in eine Gemeinschaft integriert dargestellt wäre. Als Sohn eines hervorragenden Ritters und der Schwester des Gralskönig Anfortas vereint er unterschiedliche Merkmale, die ihn nach dem Eintritt in die Welt als Fremden auftreten lassen. Während er sein ambivalentes Wesen in der Einsamkeit von Soltane vor allem dem Rezipienten demonstriert, wird er sukzessive im Laufe des III. Buches "Wahrnehmungsobjekt" anderer Romanfiguren. Ihre identitätsstiftenden Reaktionsmuster auf die Erscheinung Parzivals sollen Gegenstand dieser Arbeit sein.
"Alles ist 'echt'". Das Phänomen der Inszenierung in "Schonungslos Japanisch" von Mona I. Thraen
Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,0, FernUniversität Hagen (Institut für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft), Veranstaltung: Kurs 03544 - Gedächtnis und Erinnerung in der Autobiographie, Sprache: Deutsch, Abstract: In der Autobiografie-Forschung stellt ein Aspekt jener literarischen Gattung die Medialität des Erinnerns dar. Demnach ist das Erinnern im Zuge des autobiografischen Erzählens kein spontaner und medienunabhängiger Prozess. Stattdessen geht eine Vergegenwärtigung der eigenen Lebensgeschichte anhand eines Zurückgreifens auf Medien des Erinnerns wie einem Tagebuch vonstatten. Die vorliegende Arbeit untersucht, in welchem Verhältnis Medium des Erinnerns und Autobiografie zueinander stehen. Es wird überprüft, ob bei dem Übergang vom Medium des Erinnerns zum autobiografischen Text eine Stilisierung bis Inszenierung stattfindet. Dafür werden die Differenzen beider Texte aufgezeigt. Inhalt, Reihenfolge, Detailtiefe und Wortlaut sind Aspekte, die unterschiedlich ausfallen können. Abweichungen werden ausfindig gemacht, um deutbar zu sein.Untersuchungsgegenstand stellt das 2012 erschienene Reisebuch "Schonungslos Japanisch" von Mona I. Thraen dar. Als detaillierte, retrospektive, persönliche Beschreibung eines einjährigen Auslandsaufenthaltes liefert das Buch das Potenzial, ein Reisebericht und gleichzeitig eine Teil-Autobiografie über einen Lebensabschnitt der Autorin zu sein. So wird in der Hausarbeit zunächst kurz die Theorie der Autobiografie und die des Reiseberichtes in Beziehung zueinander aufgezeigt und später auf das Buch transferiert.Als Gegenstand eignet sich die gewählte Primärliteratur nicht nur, weil sie aktuell und potenziell autobiografisch ist. Zudem habe der Autorin Mona I. Thraen ein Tagebuch als Grundlage für das Reisebuch gedient, ohne dabei gänzlich die Reihenfolge der Ereignisse eingehalten oder alle Namen übernommen zu haben, worin bereits erste Differenzen zu erkennen sind. Ist "Schonungslos Japanisch" also als Autobiografie zu betrachten, so vermag das Tagebuch ein Medium des Erinnerns zu sein. Somit müssen auch für die Medialität des Erinnerns die Theoreme aus der Erinnerungs- und Gedächtnisforschung dargelegt und angewandt werden. Dafür dienen vor allem Schriften (herausgegeben) von Aleida Assmann, zu deren Forschungsschwerpunkt die Fragestellung der Arbeit passt, zusammen mit weiterer einschlägiger Literatur. Die Theorie der Medialität des Erinnerns ermöglicht schließlich, das Verhältnis zwischen Tagebuch und Reisebuch ausführlich darzustellen. Freundlicherweise stellte die Autorin Mona I. Thraen der Verfasserin An Lin dafür fünf mehrseitige, über das Auslandsjahr verteilte Auszüge aus ihrem Tagebuch zur Verfügung.
"Als wärst du ein Zeichen". Zur Poetik von Rilkes Spätlyrik / Band 1: Das elegische Werk
Vorliegendes Buch bietet eine systematische Deutung von Rilkes zehn 'Duineser Elegien' sowie der elften, nachgetragenen 'Elegie an Marina Zwetajewa-Efron'. Rilke hat in seinen verschiedenen Perioden und erst recht im Spätwerk stets danach gestrebt, sein jeweiliges poetisches Ideal bis zum Äußersten zu verwirklichen. Die Gedichtgestalten der Elegien entstehen aufgrund des allbestimmenden Ideals einer offenen Ausrichtung zwischen dem Dichter und dem Engel, sie werden als "schreckliche" und zugleich "preisende", als "nie zu erreichende" Wort- und Daseinskonstellationen vorgestellt. Diese neue Interpretation der zehn bzw. elf Elegien zielt darauf ab, im Fortgang und in der Komposition der Texte Rilkes eigenes elegisches Ideal nachzuzeichnen.
"Als wärst du ein Zeichen". Zur Poetik von Rilkes Spätlyrik / Band 2: Das nachelegische Werk
Vorliegender zweiter Band befaßt sich mit Rilkes nachelegischer Lyrik. In dieser Periode ließ sich Rilke zunehmend vom Prinzip einer musikalischen Komposition dazu anregen, seine lyrischen Wort-Gedichte als absolute Zeichen-Kompositionen mit plural-zahllosen Ausrichtungen zu erschaffen. An ihrem Ende stehen Wort- bzw. Zeichen-Kompositionen, die durch ihre eigene Entstehung zugleich ihre eigene Vernichtung bedeuten und bezeichnen.
"Alter, du rallst nix - und hast KP? Dann biste wohl ein Ü-20er und ein echter Nullchecker."
"Am Abend schreib ich manchmal ein Gedicht"
"Am Beispiel meines Bruders" von Uwe Timm. Auf der Suche nach verborgenen 'Wahrheiten'
"Am Himmel vor dem Fenster findet sich nichts mehr."
"Amphitryon" - Ein Lustspiel mit tragischen Momenten
"An die Nachgeborenen" von Bertolt Brecht. Analyse des Gedichts im Spannungsfeld von kollektivem Trauma und kollektivem Gedächtnis
Studienarbeit aus dem Jahr 2021 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, FernUniversität Hagen (Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Medienästhetik), Sprache: Deutsch, Abstract: Die Arbeit beschäftigt sich mit Bertolt Brechts Gedicht "An die Nachgeborenen". Die Frage, mit der sich diese beschäftigen will, ist, in welcher Form und warum Brecht sich in diesem Gedicht an "die Nachgeborenen" richtet. Welchen Zweck verfolgt Brecht bei diesen und den Lesenden?Die These ist, dass Brecht dieses Gedicht als einen kollektiven Erinnerungsort inszeniert hat und sich mit dem Text in einem Spannungsfeld zwischen kollektiver Erinnerung und kollektivem Trauma bewegt. Hierfür soll das Gedicht analytisch betrachtet werden.Als Ausgangspunkte für die Untersuchung dienen die Texte von Ingvild Folkvord "Bertolt Brechts An die Nachgeborenen - kulturelle Erinnerungsarbeit in Kontaktzonen" und die beiden Bücher "Kollektive Traumata" und "Traumata und Kollektives Gedächtnis" von Angela Kühner.
"An die Nachgeborenen" von Bertolt Brecht. Die Rolle der Zeit und Zeitformen
Studienarbeit aus dem Jahr 2018 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Freie Universität Berlin (Niederländische und Deutsche Philologie), Sprache: Deutsch, Abstract: Diese Arbeit befasst sich mit der Form, dem Aufbau, der Analyse und Deutung von Bertolt Brechts "An die Nachgeborenen". Ziel der Arbeit ist die Deutung des Gedichts mit Hinblick auf die Intensität seines Appells. Die Grundlage für diese Auseinandersetzung ist die erste Auflage der großen kommentierten Berliner und Frankfurter Ausgabe, welche gemeinsam von dem Suhrkamp Verlag aus Frankfurt am Main und Berlin im Jahr 1988 herausgegeben wurde.Der 12 Band dieser Ausgabe beinhaltet den Svendborger Gedichtzyklus, welcher im Original mit dem Gedicht "An die Nachgeborenen" endet. Arbeitend in einem umgebauten Pferdestall schrieb Bertolt Brecht in den Jahren 1933-1938 dort seine wichtigsten Werke, darunter auch jenen Zyklus. Das Gedicht weist damalige zeitgenössische Themen wie den Kampf im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Existenzangst und über das Leben im Exil auf. Es ist eines der bekanntesten Gedichte Bertolt Brechts und gilt als sein größtes Vermächtnis.