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"...aber die Arbeit befriedigte mich nicht." Eine exemplarische Agency-Analyse anhand zweier Interviews zur beruflichen Laufbahn
Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Germanistik - Sonstiges, Note: 1,3, Technische Universität Dresden (Institut für Germanistik), Veranstaltung: Herstellung von sprachlicher Identität, Sprache: Deutsch, Abstract: "Agency ist ein Grundbestandteil aller Konzepte, die erforschen oder erklären, wer oder was über welche Art von Handlungsmächtigkeit verfügt oder diese zugeschrieben bekommt bzw. als welchen und wessen Einwirkungen geschuldet etwas zu erklären ist." (Cornelia Helfferich)Wie durch dieses einführende Zitat erkennbar wird, stellt der zunächst recht abstrakt anmutende Begriff "Agency" das zentrale Thema der vorliegenden Arbeit dar. Gleichzeitig kann Helfferichs Aussage aber auch als Basis dieses Textes in Form einer Definition dienen, womit Agency als Konzept beschrieben werden kann, welches sich mit Handlungsmächtigkeit in verschiedensten Facetten beschäftigt; ich werde mich im Folgenden allerdings ausschließlich der subjektiven Perspektive bezüglich des Empfindens von Handlungsmöglichkeiten widmen. Dieser soziologische Ansatz kann dann auch für Sprachwissenschaftler interessant werden, wenn Agency anhand der sprachlichen Äußerungen einer Person untersucht und deren Vorstellung von Handlungsfreiheit bzw. Ohnmacht vom Sprachmaterial ausgehend rekonstruiert wird. [...]
"...das Symbol der Ewigkeit ist der Kreis."
"Das Bild des schmerzens u der Leidenden Natur eines liebevollen Vaters"
"Dazwischen" - Freuds Stil und der Essay "Der Dichter und das Phantasieren"
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Linguistik, Note: 1,0, Ludwig-Maximilians-Universität München (Institut für deutsche Philologie), Veranstaltung: Hauptseminar, Sprache: Deutsch, Abstract: In der Literatur zu Freud ist das Lob seines Stils beinahe ein Topos geworden. Nicht umsonst war der Goethe-Preis für Literatur die einzige Auszeichnung, die Freud zu Lebzeiten in Deutschland je erhielt. Freuds Gymnasiallehrer bezeichnete dessen Schreibstil im Herder'schen Sinne als "idiotisch"1. Einstein schreibt in einem Brief an Freud "Ganz besonders bewundere ich Ihre Leistung, wie alle Ihre Schriften, vom schriftstellerischen Standpunkt aus. Ich kenne keinen Zeitgenossen, der in deutscher Sprache seine Gegenstände so meisterhaft dargestellt hat" und auch Thomas Mann bescheinigt ihm eine "hohe Lesbarkeit".Wenige Autoren jedoch spezifizieren, was genau sie darunter verstehen. Die Ausnahmen seien im Folgenden genannt.Die erste wegweisende Arbeit hat Walter Muschg mit "Freud als Schriftsteller" 1930 vorgelegt. Er, wie auch Walter Schönau, der sich in seiner Habilitationsschrift 1986 und mit einem Essay zum Freud-Jubiläum 2006 mit dem Thema auseinandersetzt, konzentrieren sich auf die Frage, ob Freuds schriftstellerisches Werk der Wissenschaft oder der Kunst zuzuordnen sei. Muschg verortet Freud in der Mitte, hält beide Richtungen nicht für gegenläufig sondern, in Freuds Fall, füreinander konstitutiv.Eine Konstante bildet die Analyse der rhetorischen Elemente in Freuds Werk, insbesondereder Metaphern.Zu kritisieren ist, dass Freuds Stil in der Forschung bislang fast ausschließlich - mit Ausnahme der Generalkritik von Dieter E. Zimmer - einseitig wohlwollend beleuchtet wurde. Die meisten Autoren loben Freuds Stil bedingungslos und übersehen dabei (bewusst oder unbewusst) jegliche Inkonsistenz oder Manipulation des Lesers. In der vorliegenden Arbeit wird Freuds Werk textorientiert unter dem Aspekt des 'Stils' beleuchtet. Ich möchte zunächst auf die Schwierigkeit des Stilbegriffes eingehen, um anschließend zu versuchen die Eigenheiten des Freud'schen Stils näher zu bestimmen. Dazu werde ich beispielhaft Der Dichter und das Phantasieren stilistisch analysieren. Die Unterteilung in "Form", "Funktion" und "Wirkung" ist hierbei bis zu einem gewissen Grade willkürlich, erscheint aber aus Gründen der Übersichtlichkeit sinnvoll. Ziel der Arbeit ist, als charakteristisches Stilmerkmal Freuds Dazwischen in Bezug auf Schriftlichkeit und Mündlichkeit, Literatur und Wissenschaft näher zu bestimmen und so einige der vielfältigen Vernetzungen zwischen Literatur und Psychoanalyse aufzuzeigen.1 Im Sinne von "persönlich" oder "individuell". Vgl: PM: 28.
"Der Verschollene" von Franz Kafka. Eine unverständliche Fremde
"Die Andere und ich" im Kontext von Günter Eichs Hörspielwerk
1. Einleitung2. Rundfunk in Deutschland nach 19453. Hörspiel in Deutschland zwischen 1945 und 19603.1 Hörspielhörer-Zahlen3.2 Wiederaufnahme der Hörspielproduktion nach 19453.3 Anwerbung von Autoren3.4 Folgen des föderalistischen Rundfunks für die Hörspielproduktion3.5 Formale Reduktion der Gattung in den 1950er Jahren3.6 Zur Terminologie des literarischen Originalhörspiels 3.7 Themen und Gestaltung des literarischen Originalhörspiels der 1950er Jahre4. Günter Eich und der Rundfunk4.1 Günter Eichs Rundfunkarbeit vor 19454.2 Günter Eichs Rundfunkarbeit nach 19454.2.1 Günter Eichs Lebenssituation unmittelbar nach 1945 4.2.2 Günter Eichs Kontakt zu den Sendern5. 'Die Andere und ich' als Hörspieltext5.1 Entstehungsgeschichte des Hörspieltextes5.2 Textanalyse5.3 Interpretation von 'Die Andere und ich5.3.1 Verfahrensweise5.3.2 Sukzessive Interpretation des Hörspieltextes5.3.3 Günter Eichs Poetik als Schlüssel zum Textverständnis6. Exkurs: Hörspieltheorie und -poetik heute6.1 Hörspielanalyse: Die Problematik der Literaturwissenschaft6.2 Sinn und Zweck einer Analyse von Hörspielrealisationen6.3 Konzepte der Hörspielanalyse7. 'Die Andere und ich' als Hörspielrealisation7.1 Quellenlage7.2 Zur eigenen Verfahrensweise7.3 Bedeutung technischer Entwicklungen für die einzelnen Realisationen7.4 Hörspielanalyse7.4.1 'Die Andere und ich': SDR 19527.4.2 'Die Andere und ich': NWDR 19527.4.3 'Die Andere und ich': HR 19627.4.4 'Die Andere und ich': MDR 19928. Schlussbetrachtung9. Anhang9.1 Abkürzungsverzeichnis9.2 Produktionsdaten der Hörspielrealisationen9.3 Literaturverzeichnis
"Die Dreigroschenoper" von Bertolt Brecht. Eine sozialtheoretische Analyse von Individualität und Gesellschaft
Studienarbeit aus dem Jahr 2021 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Eberhard-Karls-Universität Tübingen (Deutsches Seminar), Veranstaltung: Bertolt Brecht im Kontext der Studentenbewegung, Sprache: Deutsch, Abstract: Innerhalb der literaturwissenschaftlichen Forschung zählt Bertolt Brecht unbestritten zu den bedeutendsten Dichtern und Dramatikern des 20. Jahrhunderts. In zahlreichen Werken behandelte er gesellschaftskritische Themen und insbesondere durch das epische Theater sollten soziale und ökonomische Ungerechtigkeit thematisiert werden, um die kontemporären Konflikte transparenter zu machen und das Potential für Veränderungen freizulegen.Als Künstler begründete er das sogenannte epische Theater beziehungsweise das dialektische Theater. Als innovatives Theatergenre sollte der Zuschauer/die Zuschauerin im Gegensatz zur traditionellen Dramaturgie keiner Empathie und damit einhergehenden Katharsis angeregt werden, sondern durch distanzierende Darstellungselemente zum kritischen Hinterfragen und selbstreflexiven Nachdenken.Als literarisches Stilmittel wird der Verfremdungseffekt zum Hauptbestandteil des epischen Theaters, um durch unterschiedliche Methoden bei dem Rezipienten/der Rezipientin jegliche Illusion des Geschehens zu stören. Dies führt zur Irritation der gesellschaftlichen Einstellung und Reflexion der eigenen Position, was sicherlich nicht zuletzt der Intention Brechts entsprach, Potentiale nach politischer Veränderung und/oder gesellschaftlicher Strukturen anzuregen. Eben diese Rezeptionslenkung lässt sich auch an der brechtschen Weiterverarbeitung der berühmten englischen 'Ballad Opera' von John Gay aus dem Jahr 1728 bemerken, die im Folgenden vorgestellt sei.
"Die Dreigroschenoper" von Brecht und Weill. Verfremdungseffekte aufgrund des Verhältnisses von Musik und Text
Studienarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Germanistik - Sonstiges, Note: 1.7, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Grund, warum Brecht für die Theaterwelt bis heute eine immense Bedeutung hat, ist das epische Theater. Die Welt war aufgrund von komplexeren Gesellschaftssystemen und Erneuerungen in den Wissenschaften derart vielschichtig geworden, dass man auch einzelne Aspekte nur verstehen konnte, wenn man sich der gesamten Situation bewusst war. Innerhalb literarischer Darstellungsformen ist nur die Epik in der Lage, umfassende Zusammenhänge zu erläutern. Deshalb revolutionierte Brecht das alte dramatische Theater, indem er Elemente der erzählenden Literatur übernahm und das epische Theater schuf; ein Begriff, der bis heute eng mit seinem Namen verknüpft ist.Nachdem zunächst zentrale Begriffe seiner Theorie, speziell jener der Verfremdung, vorgestellt wurden, wird im nächsten Teil ein Stück Brechts unter ausgesuchten Aspekten analysiert, "Die Dreigroschenoper".Die "Dreigroschenoper" entstand in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Kurt Weill, der die eingängigen Melodien zu den von Brecht geschriebenen Texten der verschiedenen Lieder schuf. Sie wurde in vielen Teilen der Welt aufgeführt und einzelne Songs, wie beispielsweise "Die Moritat von Mackie Messer", wurden vielerorts zu Kassenschlagern. Das Forschungsinteresse dieser Untersuchung liegt speziell auf dem Zusammenspiel von Musik und Sprache in den Liedern des Stückes. Die Frage, die sich stellt, ist, ob sie in einer wechselseitigen Beziehung ebenfalls einen Verfremdungseffekt hervorrufen. Da "Die Dreigroschenoper" insgesamt 26 musikalische Passagen beinhaltet, wurden zwei Songs ausgesucht, die einer exemplarischen Analyse unterzogen werden. Diese sind "Die Moritat vom Mackie Messer" und "Die Seeräuber-Jenny".
"Die Judenbuche" von Annette von Droste-Hülshoff aus dem Jahr 1842 in einer literarischen Filmerzählung
Studienarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,3, Universität Bremen (Universität), Veranstaltung: Die Novelle in Biedermeier und Vormärz, Sprache: Deutsch, Abstract: "Die Judenbuche" von Anette von Droste-Hülshoff von 1942 ist eine Novelle, die nach einer wahren Begebenheit die Geschichte eines Judenmörders erzählt, der nach dem Mord ein langjährige Flucht und ein Leben in Gefangenschaft auf sich nimmt, um letztendlich unter falscher Identität doch in seine Heimat zurückzukehren.Die Novelle "Die Judenbuche" wurde bereits mehrmals überarbeitet, neu gestaltet und veröffentlicht. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die Novelle 1980 von Rainer Horbelt verfilmt wurde. Da die Novelle viele Fragen offen lässt und viele Tatsachen im Buch im Dunkeln bleiben, soll in dieser Arbeit ein Vergleich zu der literarischen Verfilmung gemacht werden, der eventuell offene Fragen klärt oder je nachdem noch mehr Deutungsmöglichkeiten eröffnet.
"Die Judenbuche" zwischen Kunstautonomie und Moral
"Die Sintflut ist herstellbar." - Die Rolle des Wissenschaftlers im deutschen Drama des Atomzeitalters
Magisterarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,0, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Deutsches Seminar II), Sprache: Deutsch, Abstract: "Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit [...] stehen wir vor der Wahl, ob es die Menschheit geben soll oder nicht. Die Sintflut ist herstellbar." Diese Worte aus Frischs Stück "Die Chinesische Mauer" charakterisieren die Situation der Menschheit, wie sie sich nach dem 6. August 1945 darstellte: Der Abwurf der ersten Atombombe auf die japanische Stadt Hiroshima läutete eine neue Ära der Menschheitsgeschichte ein. Eine schwere Bürde lastete damit auf dem Gewissen der vielen Wissenschaftler, die den Bau der ersten Atombombe möglich gemacht hatten. Diese Wissenschaftler sollen das Thema der vorliegenden Arbeit sein: Ihre Zerrissenheit, ihre ambivalenten Vorahnungen, die zwischen düsterer Apokalypse und goldenem Zeitalter pendelten, ihre moralischen Auseinandersetzungen über die Produktion von Nuklearwaffen und ihr Glaube an den wissenschaftlichen Fortschritt. Schon Albert Einstein, der zwar nicht direkt, aber dennoch maßgeblich dazu beigetragen hat, dass es ein Atomzeitalter geben würde, soll gesagt haben: "Wenn ich die Folgen [der Atombombe] geahnt hätte, wäre ich Uhrmacher geworden." Besonders die deutschen Dramatiker haben sich ausgiebig mit den Atomforschern und ihrer Verantwortung beschäftigt. In den Dramen "Leben des Galilei", "Die Physiker", "In der Sache J. Robert Oppenheimer", "Die Familie von Makabah" und "Göttinger Kantate" von Günther Weisenborn sowie "Die Trümmer des Gewissens" von Hans Henny Jahnn treten Wissenschaftler auf, die durch ihre Kompetenz große Verantwortung für die Menschheit tragen. Wie sie damit umgehen, welche Rolle die Moral für sie spielt und wie wichtig ihnen der wissenschaftliche Fortschritt und ihre Neugier gegenüber dem Unerforschten im Gegensatz zum Wohl der Menschheit sind, wird dabei untersucht. Analysiert wird auch, wie sehr sie ihren Vorbildern in der Wirklichkeit gleichen, welche geschichtlichen Ereignisse mit dem Drama in Verbindung stehen und welchen Einfluss die Art des Dramas auf Gestaltung und Wirkung desselben ausübt.
"Die Sorge des Hausvaters" von Franz Kafka. Eine werkimmanente und dekonstruktivistische Analyse und Deutung
Studienarbeit aus dem Jahr 2017 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Universität Leipzig (Institut für Germanistik), Veranstaltung: Franz Kafka: Erzählungen, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Arbeit stellt den Text "Die Sorge des Hausvaters" von Franz Kafka als sprachliches Kunstwerk in den Mittelpunkt der Analyse. Entsprechend einer werkimmanenten und dekonstruktivistischen Literaturwissenschaft soll der Text hierbei nicht bezüglich eines erschließbaren und verallgemeinerbaren Textsinns befragt werden. Stattdessen werden wesentliche werkimmanente Momente der Erzählung herausgearbeitet und einander gegenübergestellt.Ziel ist es, anhand des sprachlichen Materials und dessen semantischer wie syntaktischer Analyse zu ermitteln, welche Figuren der Text selbst verhandelt. Darüber hinaus werden verschiedene Deutungsangebote einzelner Literaturwissenschaftler mit den eigenen Ergebnissen verglichen und bezüglich ihrer Vertretbarkeit überprüft.Wie für zahlreiche Texte Franz Kafkas lassen sich für die Erzählung "Die Sorge des Hausvaters" eine Reihe unterschiedlichster, teilweise einander angreifender Deutungen und Interpretationen finden, die verschiedenen Elementen des Textes besondere Aufmerksamkeit schenken und hieran eine, häufig allegorische oder metaphorische, Lesart des Textes entwickeln.
"Die verlorene Ehre der Katharina Blum" oder "Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann"
Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, University of Sussex, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Publikation der zu untersuchenden Erzählung hat in der literaturkritischen Öffentlichkeit zahlreiche spekulative Interpretationen hervorgerufen. Der Autor Heinrich Böll sah sich daher veranlasst, u. a. "[z]ehn Jahre später [in] ein[em] Nachwort" Stellung zu beziehen. So dementiert er beispielsweise "das Gerücht, diese Erzählung wäre ein Terroristen-Roman" mit dem Hinweis: "Es gibt in dieser Erzählung nicht einen einzigen Terroristen, auch keine Terroristin; was es allerdings gibt, das sind des Terrorismus Verdächtige." Vermutlich um ähnlichen "Irrtümern" vorzubeugen, leistet Böll "Interpretationshilfe": "Titel, Untertitel, Motto, diese drei scheinbaren Kleinigkeiten, sind wichtige Bestandteile der Erzählung. Sie gehören dazu. [...] Wer sich mit dieser Erzählung beschäftigt, sollte sich zunächst mit diesen drei vorgesetzten Elementen beschäftigen, sie sind schon fast eine Interpretation." Entsprechend diesem "programmatischen Anspruch" Bölls soll in der vorliegenden Arbeit der Versuch unternommen werden, die Erzählung in Bezug auf die wesentlichen Aspekte dieser "vorgesetzten Elemente" zu analysieren. So wird in Kapitel II der unmittelbare Entstehungshintergrund der "Katharina Blum" umrissen und anhand dieses konkreten Falles der zeitgenössische Zusammenhang zwischen "Gewalt", "Ehre" und "gewisse[n] journalistische[n] Praktiken" angedeutet. Kapitel III befasst sich mit dem Missbrauch von sprachlicher Gewalt (insbesondere im Medium der Sensationspresse) und dessen Einbettung im Gesellschaftssystem. Anschließend untersucht Kapitel IV die Korrelation von Gewalt an Frauen und "weiblicher Ehre" bzw. deren Verlust; Kapitel V zeigt potentielle Folgen von missbräuchlicher (v. a. verbaler) Machtausübung auf, während Kapitel VI Variationen und Implikationen der Gegenwehr beleuchtet. [...]
"Die Vorüberlaufenden" und "Die Abweisung". Interpretation von zwei Texten aus Franz Kafkas "Betrachtung"
Wissenschaftlicher Aufsatz aus dem Jahr 2015 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, , Sprache: Deutsch, Abstract: "Die Vorüberlaufenden" und "Die Abweisung" stammen aus Kafkas Band "Betrachtung". Betrachten bedeutet in den 18 kurzen Prosatexten der ersten Buchveröffentlichung des jungen Kafkas ein Anschauen und zugleich ein Nachdenken über das Geschaute. Alle betrachtenden und danach das Gesehene reflektierenden Protagonisten sind in der "Betrachtung" exzentrische, weltfremde Junggesellen. Die jeweilige Sprecher-Instanz, die sich "ich", "wir" oder " man" nennt, ist fast immer ein einsames, unglückliches, verunsichertes Wesen, das sich über seine eigene Identität und sein Verhältnis zur Außenwelt noch nicht ganz klar ist. Trotz der formalen Heterogenität der "Betrachtungs"-Texte (rein narrative, nur reflektierende und Prosastücke, in denen bei minimaler Narration der kontemplative, nachdenkliche Grundgestus überwiegt) lässt sich eine inhaltliche Homogenität feststellen: Die Gleichartigkeit besteht einerseits in dem spannungsvollen Verhältnis des jeweiligen Protagonisten zur Wirklichkeit und zu seinem sozialen Umfeld, andererseits lassen alle Betrachterfiguren eine deutliche Sehnsucht nach Integration in diese Gemeinschaft erkennen. "Die Vorüberlaufenden" und "Die Abweisung" sind keine erzählenden Texte. Da sie nach R. Zymner lediglich aus einer "monologischen Gedankenrede" bestehen, habe ich beide Prosastücke als "Denkbilder" (Zymner) interpretiert. In "Die Vorüberlaufenden" gestaltet Kafka nicht eine detaillierte, auf die zwei Vorüberlaufenden gerichtete Betrachtung mit darauf folgender Reflexion, sondern er thematisiert ein "Wegsehen" (v. Glinski) und die daraus folgende Frage nach der Verantwortung für die imaginierten Vorüberlaufenden. "Die Abweisung" ist ein Selbstgespräch der Ich-Figur, umgewandelt in einen "fiktiven Dialog, der ein Schweigen, das Nichtzustandekommen einer menschlichen Begegnung entschlüsseln soll." (H. Richter) Das Ich spricht ein schönes Mädchen an, das aber stumm vorübergeht; diese Abweisung mündet in ein Selbstgespräch des Abgewiesenen, das wie eine echte Wechselrede zwischen Ich und Mädchen aussieht, sich aber nur im Kopf des Ich abspielt. Auf den durch die äußere Betrachtung des Mädchens erfolgten Versuch einer Gesprächsaufnahme mit demselben folgt eine innere Betrachtung über den fehlgeschlagenen Kontakt. Das Betrachter-Ich ist so in die Kontemplation, die innere Betrachtung seines Scheiterns, versunken, dass es das Mädchen alleine weiterlaufen lässt.
"Die Wolke" von Gudrun Pausewang. Analyse des medialen Echos am Beispiel ausgewählter Printmedien
"Druckersprachen" auf dem Weg in die Neuzeit
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Germanistik - Sonstiges, Note: 2, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Sprache: Deutsch, Abstract: In der modernen Forschung wird heutzutage vielfach die Meinung ver-treten, dass die deutsche Sprachnorm mit großer Wahrscheinlichkeit ihre Geburtsstunde im 16. Jahrhundert gehabt haben könnte. Die noch im Spätmittelalter anzutreffende bunte Variantenvielfalt wird an der Schwelle zur Frühen Neuzeit einer zunehmend beobachtbaren Homogenisierung unterzogen, die den Abbau der durchaus heterogenen und dialektal ge-färbten Sprachlandschaften im Zuge eines Selektionsprozesses zur Fol-ge hatte. Obgleich sich im Zuge dieser Selektion ein Variantenabbau konstatieren lässt, so präsentieren sich gerade diese Jahrhunderte als eine Zeit, in der ebenso, und dies gerade aufgrund einer eingehenden Beschäftigung mit der Schriftsprache, neue Varianten entstehen. Dabei ist an dieser Stelle jedoch zu betonen, dass solche Wandlungs- und Ent-wicklungsprozesse hin zu einer deutschen Norm keineswegs linear ver-laufen sind, sondern dass vielmehr auch Rückschritte, Behinderungen und Stagnation den Weg der deutschen, normierten Schriftsprache mar-kierten und ferner charakterisieren. Dem Erkenntnisinteresse dieser Arbeit folgend, wird versucht, anhand besonders signifikanter Beispiele und anderen nachgewiesenen Entwick-lungstendenzen, die Bedeutsamkeit und die intensive Verdichtung sprachlicher Entwicklungs- und Homogenisierungsprozesse an der Schwelle zur Frühe Neuzeit aufzuzeigen. Dies geschieht sicherlich aus verschiedensten Motivationen, jedoch in seinem Kern hauptsächlich auf-grund der Tatsache, da ein jeder Mensch tagtäglich von der Errungen-schaft des gedruckten Wortes und seiner einheitlichen Normierung profi-tieren kann und deren Wurzeln nachweislich in jene ausgesprochen fa-cettenreiche Epoche fallen. Ähnlich wie schon die lateinische Redensart zu wissen glaubte: "Vox audita perit, litera scriptura manet"
"Ein Grund von Gegenteil". Die Bereitung synthetischen Potentials in Rilkes Vierter Duineser Elegie
Studienarbeit aus dem Jahr 1999 im Fachbereich Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen, Note: 1,0 (sehr gut), Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Germanistisches Seminar), Veranstaltung: Hauptseminar 'Rilke', Sprache: Deutsch, Abstract: Entgegen der Forschungsmeinung, dass Rilkes Dichtung in erster Linie selbstreferentiell sei, wird an der Position der älteren Forschung festgehalten, dass Rilke dem poetischen Wort - über seine Erkenntnis-, Darstellungs-, Kommunikations- und Symptomfunktion hinaus - sinnstiftende Funktion zuweist. Als Träger einer Sinnstiftung par excellence, als Antwort auf den zeitgenössischen Nihilismus konzipiert Rilke die 'Duineser Elegien'. Ulrich Fülleborn nennt das Ziel dieser Antwort eine 'universale Ontodizee'. Dies zu leisten: Rechtfertigung des Seins, Sinnbegründung angesichts unbegründbarer Negativität, ist die in zahlreichen Briefen dokumentierte Intention der 'Duineser Elegien'. Die Arbeit entfaltet das Theorem einer Sinnstruktur, wonach der über das Kunstsystem hinausweisende Sinn dasjenige Prinzip darstellt, nach dem die Aufschichtung (Strukturierung) der Elegien erfolgt. Ist die Ontodizee der Grund-Satz der Sinnstruktur, so wird seine Umsetzung durch ein Verfahren geleistet, das als 'Synthese' bezeichnet und anhand einer detailorientierten Interpretation der Vierten Duineser Elegie textanalytisch verankert wird. Ein Ausblick gilt der Synthese von Sein und Nicht-Sein, Klage und Rühmung in Rilkes Achter und Zehnter Duineser Elegie.
"Ernst und Falk". Lessings Freimaurergespräche
"Es ist ein eigentümlicher Apparat". Spannungsfelder literaturwissenschaftlicher Methodik am Beispiel von Franz Kafkas "In der Strafkolonie"
Studienarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,7, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Veranstaltung: Seminar: Literaturgeschichte 1: Franz Kafka, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Frage, die in dieser Arbeit beantwortet werden soll, lautet: Gibt es ein richtig und falsch bezüglich der Interpretationen und Analysen literarischer Werke in der Literaturwissenschaft?Daran heften sich im Laufe der Arbeit weitere Fragen:- Wenn ja, welche Methoden und Ergebnisse sind richtig?- Wenn nein, welche Maßstäbe können an die Arbeiten auf diesem Gebiet herangetragen werden, um deren Qualität zumindest ansatzweise zu beurteilen.Diese erkannten Maßstäbe werden parallel zu den behandelten Aspekten an Arbeiten herangetragen, die sich mit der literaturwissenschaftlichen Analyse und Interpretation der "Strafkolonie" Franz Kafkas befassen.Zu Beginn wird kurz auf die Entwicklung der Literaturwissenschaft in Deutschland eingegangen, bevor die erste Frage nach einem definitiven richtig und falsch in der Literaturwissenschaft mit einem "nein" beantwortet wird. Im Anschluss wird der Bedarf einer Metakritik erörtert und daraufhin werden Möglichkeiten untersucht, die Qualität literaturwissenschaftlicher Interpretationen zu messen. Die Ergebnisse münden in einem Resümee. Den Schluss der Arbeit bildet ein kurzer Literaturbericht.
"Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt." Funktion und Wirkung der Sentenzen in Schillers Tragödie "Wilhelm Tell"
Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Universität Münster (Germanistisches Institut), Sprache: Deutsch, Abstract: 'Meister der Sentenzen'1 oder 'Moral-Trompeter von Säckingen'2? Bei der Lektüre des 'Wilhelm Tell' fällt jedem Leser die ungemeine Vielzahl an allgemeinen Weisheiten auf, die Friedrich Schiller in seine Tragödie eingebaut hat. Die sogenannten Sentenzen sollen in dieser Arbeit bezüglich ihrer Funktion und Wirkung innerhalb des Textes und auf das Publikum analysiert werden. Ist 'Wilhelm Tell' ein Meisterstück der moralischen Erziehung oder verliert es gerade durch die Fülle an Sentenzen seine Wirkung? Zunächst wird eine kurze Definition der hier behandelten literarischen Kleinform vorgestellt und ihr Ursprung erläutert, wobei schnell der Bezug zur rhetorischen Schule von Schiller gesucht werden soll. Es gilt zu klären, warum sich der Autor so besonders stark mit dieser Form der Aussage beschäftigt hat, an welchen Schriftstellern er sich orientieren konnte und wie er sich die Wirkung des Theaters auf das Publikum vorstellte. Warum eignet sich gerade die Sentenz in Schillers Augen besonders gut, um die beabsichtigte Funktion des Theaters bzw. der Tragödie zu verwirklichen? Im Mittelpunkt der Arbeit steht dann die Funktion der Sentenz selbst. Wie wird sie in den Text eingebaut, wann kommt sie vor, warum taucht sie immer wieder auf und vor allem, welchen Effekt hat sie innerhalb des Stückes und auf den Zuschauer? Zum einen soll analysiert werden inwiefern Schiller mit Hilfe der Sentenz einen politischen Kommentar zum Zeitgeschehen abgibt, welches gesellschaftliche Verhalten er für richtig hält und wie er sich zu Ideen und Folgen der französischen Revolution positioniert. Zum Anderen wird die Wirkung der Sentenzen bezüglich des Charakters des Protagonisten begutachtet. Inwiefern sind die Sentenzen verantwortlich für den 'Mythos Tell'? Außerdem soll geklärt werden, ob es auch eine strukturelle Funktion von Sentenzen gibt, die lediglich Einfluss auf das Gefüge des Textes hat ohne inhaltliche Relevanz zu besitzen. Bei der Analyse der einzelnen Sentenzen soll zudem stets darauf geachtet werden, in welchem Umfang sie für die Wirkung des Theaters sinnvoll sind und an welchen Stellen sie überflüssig scheinen. Außerdem wird untersucht, ob die allgemeinen Aussagen wirklich außerhalb des Textes bestehen können, bzw. inwiefern sie ihre ursprüngliche Bedeutung verlieren und dadurch die Aussage der Tragödie verfälschen können.
"Flüchtling" im Wandel
"Gedanken an Freud natürlich". Zum psychoanalytischen Aspekt ausgewählter Texte von Franz Kafka
Masterarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 5/5 (100%), Uniwersytet im. Adama Mickiewicza w Poznaniu (Institut für deutsche Philologie), Sprache: Deutsch, Abstract: Die Arbeit gliedert sich in vier Kapitel. Im ersten Teil, wurde die Gestalt von Sigmund Freud dargestellt, wo nicht nur der Lebenslauf des Begründers der Psychoanalyse, sondern auch in einer ausführlichen Fußnote der Vater der heutigen Psychiatrie, nämlich Carl Gustav Jung vorgestellt wurde. Das zweite theoretische Kapitel handelt von ausgewählten und somit den wichtigsten Begriffen und Definitionen der Psychoanalyse. Strukturmodell der Psyche, Abwehrmechanismen, der Ödipuskomplex und die Trieb- und Traumatheorie, wurden in mehreren Unterkapiteln besprochen und bearbeitet. In diesem Teil wurde auch die Dreideutigkeit der Psychoanalyse erläutert; die Psychoanalyse als Methodik, Wissenschaft und Therapie. Diese Begriffe und Definitionen wurden nicht nur in dem folgenden analytischen Teil gebraucht, um die psychoanalytische Denkweise verständlicher zu machen, sondern hatten sie auch die Aufgabe, die Komplexität der Psychoanalyse zu erweisen.Das dritte Kapitel gilt als analytischer Teil dieser Arbeit, wo Franz Kafkas Leben und seine ausgewählten Werke in der psychoanalytischen Hinsicht dargestellt wurden. Erstens, wurde nicht nur Kafkas Leben psychoanalytisch durchleuchtet und somit der Einfluss lebensgeschichtlicher Erfahrungen auf sein Schaffen präsentiert, sondern es wurde auch der Versuch unternommen Persönlichkeitsstörungen, beziehungsweise spätere psychische Störungen mit Hilfe der Psychoanalyse bei ihm zu entdecken. Zweitens, im nächsten Unterkapitel wurde der beste Freund Kafkas, nämlich Max Brod, der entgegen seinem letzten Willen seine Texte veröffentlicht hatte, vorgestellt. Drittens, wurde die oft unterschätzte Rolle Kafkas Mutter besprochen und analysiert.Das folgende Unterkapitel mit dem Titel "Gedanken an Freud natürlich" - zum Vater-Sohn-Konflikt korrespondiert nicht nur mit dem Thema dieser Arbeit und enthält somit psychoanalytisch orientierte Versuche Kafkas ausgewählte Werke zu entziffern, sondern führt auch zur Entstehung weitgehender Überlegungen, die in Form eines Exkurses über das Stockholm-Syndrom im nächsten Unterkapitel dargestellt wurden. Der letzte Abschnitt gilt als ein hypothetischer Teil dieser Arbeit, wo die Symptome des Stockholm-Syndroms innerhalb Kafkas Familie vermutet werden.In dem letzten Kapitel wurden die Schlussfolgerungen präsentiert und das Resümee gezogen. Das letzte Zitat sollte jedoch zu weiteren Überlegungen stimulieren, anstatt als eindeutiges Ende verstanden werden.
"Geschichte des Fräulein von Sternheim" als Vorbild für "Die Leiden des jungen Werther"? Ein werkimmanenter Vergleich
Studienarbeit aus dem Jahr 2016 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Friedrich-Schiller-Universität Jena (Germanistische Literaturwissenschaft), Veranstaltung: Schriftstellerinnen des 18. Jahrhunderts, Sprache: Deutsch, Abstract: Die dtv Verlagsgesellschaft veröffentlicht im Einband ihres Druckes der "Geschichte des Fräuleins von Sternheim" sowohl ein Goethe Zitat als auch die Bemerkung, dass La Roches Werk ihm zum Vorbild beim Werther gedient hätte. Eine Behauptung, die nach erster Recherche nicht belegt werden konnte und deshalb zur erkenntnisleitenden Fragestellung dieser Hausarbeit führte. Auf den ersten Blick erscheint es abwegig, da sich die Protagonisten oberflächlich betrachtet kaum ähneln. Dennoch soll im Rahmen dieser Hausarbeit der Versuch unternommen werden, beide Werke miteinander zu vergleichen. Unabhängig davon, wie gut La Roche und Goethe sich kannten, was durch zahlreiche Briefwechsel belegt werden kann, soll lediglich die werkimmanente Interpretation Aufschluss geben. Die Frage ergibt sich, ob und wo Goethes "Die Leiden des jungen Werther" Parallelen zum Sternheim-Roman aufweist. Hierbei ist zu beachten, dass die Forschungsliteratur zu Sternheim weitaus geringer ist, als solche über Werther. Aus diesem Grund soll letztere, wo möglich, ergänzend herangezogen werden, weil das Werk für jegliche Fragestellung untersucht worden ist: biografisch, pyschoanalystisch, diskurs- oder auch sozialgeschichtlich. Der Aufbau dieser Hausarbeit orientiert sich an der erkenntnisleitenden Fragestellung; mit ihm sollen vorerst die äußeren Umstände, wie die Literaturepoche und der formale Aufbau untersucht werden. Als Vergleichsaspekte bieten sich vor allem die Protagonisten an; Inhalt und Handlungsaufbau sind in diesem Kontext nicht relevant. Im Fokus stehen aus diesem Grund das Individuum, ergänzend dazu dessen Charakter, die Liebe zur Natur, Gesellschaftskritik und der Todeswunsch beider Figuren.
"grenzenlos" - Akustische Dimensionen und Grenzüberschreitungen im Werk Gerhard Rühms
Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: sehr gut, Universität Wien (Germanistik), Veranstaltung: SE: Die Wiener Gruppe, Sprache: Deutsch, Abstract: Die gemeinsame Wurzel von Musik und Sprache begründet Rühm damit, dass die Momente der Stimmgebung phylogenetisch und ontogenetisch älter sind als die Zeichensprache. Die Lautdichtung etwa lässt sich bis in die Frühgeschichte der Menschheit zurückverfolgen. Der Mitteilungscharakter von Lautgesten ist ein weiterer Aspekt der Gemeinsamkeiten von Musik und Sprache. Auch die Sprache folgt musikalischen Parametern, wie Sprachmelodie, Phrasierung, Rhythmus, Tempo, Dynamik (=Lautstärke) und Klangfarbe, die wiederum abhängig von den Obertönen, genauer gesagt vom Obertonspektrum ist. Diese Parameter aber sagen etwas über die Stimmung der Sprecher aus. Unbegriffliche Lautäußerungen sind Ausdruck einer aufgerührten Seele, ähnlich einer religiösen Ekstase, Gemütsbewegung verpackt sich nicht in Wörter, deshalb wird auf den emotional artikulierten Einzellaut als kleinste sprachliche Einheit zurückgegriffen und mit allen Nuancen der Sprechstimme (Tonlage, Tempo, etc.) gearbeitet. Durch den Einfluss Wittgensteins wollte man zu einer reinen "Urform" der Sprache, die keinen Sinn und Inhalt hat, aber Assoziationen zulässt, zurückkehren. Besonders hervorzuheben sind jedoch die Einflüsse des "Sturm"-Expressionismus auf die akustischen Komponenten der Dichtung Gerhard Rühms. Rühms musikalische Kompositionen bewegen sich zwischen seriellen Verfahren und radikaler Reduktion bis hin zu synthetisch produzierten Tonbandstücken. Gerhard Rühms "auditive poesie" bewegt sich im Grenzbereich zwischen Musik und Sprache. "textmusik" und "tondichtungen" sind Auseinandersetzungen mit Grenzbereichen des Ausdrucks, hier vollzieht sich eine Sublimierung der Sprache in Musik, d.h. Sprache geht in Musik über, wodurch sich eine Verwandlung des Definitiven ins Vieldeutige vollzieht, eine Verwandlung des bloß Repräsentierenden in Präsentation. Gegenständliche Titel schaffen allerdings Assoziationsfelder. Bei der Verschmelzung zwischen Musik und Sprache entsteht etwas "metasprachliches", bzw. etwas "metamusikalisches". [...] Im Werk Gerhard Rühms kam es im Laufe der Jahre zu immer zahlreicheren Grenzüberschreitungen zwischen den einzelnen Künsten, wie etwa zwischen Literatur und Musik, aber auch bildender Kunst und Musik. Collagen, bei denen es zu einem Zusammenwirken von Text, Bild und Musik kommt, bezeichnet Rühm als "liederbilder". Diese Werke stellen eine absolute Aufhebung der Grenzen zwischen den drei Künsten dar.