Kunstgeschichte
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"Der Siegreiche Amor" von Michelangelo Merisi di Caravaggio. Die Geburt eines homosexuellen Eros
Studienarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich Kunst - Kunstgeschichte, Note: 1,0, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (Institut für Kunstgeschichte), Sprache: Deutsch, Abstract: Betrachtungsgegenstand der vorliegenden Hausarbeit ist das Werk "Der Siegreiche Amor" von Michelangelo Merisi di Caravaggio aus dem Jahre 1602. Im Gemäldeinventar des Marchesen Vincenzo Giustiniani aus dem Jahre 1638 wurde es beschrieben als "Bild mit einem lachenden Amor im Begriff, die Welt gering zu schätzen, die er unter sich hält." Wir sehen also einen nackten Jungen, der mit gespreizten Beinen provokant sein Geschlecht präsentiert, gekleidet in der Fasson des Liebesgottes Amor. Doch trägt er keine weißen Flügel, sondern die eines stolzen Adlers. Zu seinen Füßen liegen allerlei Gegenstände und unter seinem Gesäß befindet sich ein Himmelsglobus.Ich widme mich in dieser Hausarbeit zudem dem Künstler selbst und seiner Vorliebe zur Darstellung nackter Knaben, wie den beim Siegreichen Amor. Bekannt als Meister der Hell-Dunkel Malerei, auch Chiaroscuro genannt, zeigt sich für uns in seinen Knabenbildern eine andere Seite Caravaggios. Diese nämlich, die sich mit der Homosexualität seiner Zeit befasst hat. Er machte sich die Vorliebe für das junge männliche Geschlecht seiner Auftraggeber kurzerhand zu Nutze und verewigte deren Lustobjekte aus dem realen Leben auf einer Leinwand. Zwar erschufen auch andere Künstler, beispielsweise Michelangelo und Donatello Werke von jungen Männern, aber Caravaggio erschafft mit seiner Synthese aus realistischen Gesichtern und Körpern zusammen mit den Idealposen der Antike ein meisterhaftes Arrangement, das es so zuvor noch nicht gegeben hat.
"Venus und Mars" von Sandro Botticelli. Hintergründe und ikonografische Bildbeschreibung
Bachelorarbeit aus dem Jahr 2020 im Fachbereich Kunst - Kunstgeschichte, Note: 2,00, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Sprache: Deutsch, Abstract: Diese Arbeit soll eine Übersicht über die aktuelle Forschungslage des Gemäldes "Venus und Mars" geben und dabei vor allem die neuesten, aber auch ältere Forschungsschriften und Studien berücksichtigen. Zunächst soll ein kurzer Überblick über das Leben des Künstlers, Sandro Botticelli, gegeben werden, um die Entwicklung seiner Kunst verständlich zu machen und so die Umstände der Entstehung von "Venus und Mars" zu definieren. Es folgt die Beschreibung des Bildes sowie die Erklärung seines Aufbaues. Das anschließende Kapitel gibt eine umfassende Übersicht über den Auftraggeber, den Verwendungszweck und die Datierung,. Dabei werden die Hypothesen einiger Kunsthistoriker, beginnend bei Giorgio Vasari im 16. Jahrhundert über Wilhelm von Bode und Ernst Gombrich im 20. Jahrhundert, bis hin zu den neusten Annahmen von Christina Acidini und Damian Dombrowski aus den Jahren 2009 und 2010, herangezogen werden.Im Kapitel "Ikonologie" wird erst die Mythologie der Hauptfiguren Venus und Mars beschrieben. Es folgt eine Bildinterpretation, die ein weites Spektrum an Vermutungen und Hypothesen der bereits zuvor erwähnten Kunsthistoriker und einiger anderer wiedergibt. Den Abschluss der Arbeit bildet die Analyse der literarischen Quellen, die Botticelli als Inspiration für sein Gemälde gedient haben könnten, und das Anführen von antiken und neuzeitlichen Bezügen sowie Vergleichsbeispielen.
A theoretical approach to cognitive visualisation of musical sounds in graphic images
Master's Thesis from the year 2014 in the subject Art - Visual artists, , language: English, abstract: The purpose of this study was to find out the possibility of visualising musical sounds in graphic images from an objective viewpoint. In an opposition to the dominant methodological approach to human cognition of the last century, the study initially rejected an idealistic approach by mainly focusing on literatures from the field of cognitive neuroscience. Moreover, in order to discard a realist viewpoint that is the overt dialectic counterpart of idealistic subjectivity, it was shown through the analysis of formal elements of visual arts and music that there was no legitimate materialist connection between them. Nevertheless, although visual arts and music are materialistically antagonistic, human cognitive process of them elucidated important connections of visual arts and music cognition, which were motion and emotion. It was suggested that, considering the three main strata of human cognitive system, motion could connect cognition of visual arts and music in bottom-up processing of sensory stimuli, whereas emotion could connect them in top-down processing of sensory stimuli. In order to elicit musical cognitive experience in an observer of graphic images, therefore, kinetic as well as emotional visual cues that correspond to respective musical cues were proposed to be important elements of visualisation of musical sounds. However, due to the paucity of in-depth information on neurobiological processing of both motion and emotion, that of the latter more particularly, previous empirical researches had to be utilised. Specifically, it was suggested that kinetic visual cues in static graphic images that would cognitively elicit temporal perception included spatial configuration of visual elements in centrifugal direction, perceptually attentive elements, and the number of attentive locations. On the other hand, it was suggested that emotional visual cues that would correspond to emotional musical cues included value and saturation of visual elements, contour and edge configuration of shapes. Other visual emotional cues could be inferred to be useful by considering material characteristics of light and sound. Hues were suggested as effective emotional cues to connect visual and musical perceptual experiences, although they were said to show subjective variances.
Abstraktion von Bewegung am Beispiel Marcel Duchamps "Akt, eine Treppe herabsteigend"
Bachelorarbeit aus dem Jahr 2016 im Fachbereich Kunst - Bildende Künstler, Note: 1.0, Universität Osnabrück, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Analyse Duchamps ,,Akt, eine Treppe herabsteigend" und der damit einhergehenden Abstraktion von Bewegung ist der Leitfaden, an dem sich diese Arbeit orientiert. Ziel ist es, Duchamps Umgang mit dieser Thematik herauszuarbeiten und anhand der Ergebnisse zu klären, welchen Einfluss das Werk, das als Schlüsselwerk der Moderne angesehen wird, auf die gesamte künstlerische Entwicklung des Künstlers und die der Kunst im Allgemeinen, gehabt hat. Auf die Frage, wie Duchamp zu einem der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts geworden ist und welchen Einfluss er auf das heutige Kunstverständnis hat, ist eine weitere zu klärende Frage. Es soll nicht nur darum gehen, lediglich Duchamps ,,Akt, eine Treppe herabsteigend" und die zentrale Thematik der Abstraktion von Bewegung herauszuarbeiten, sondern einen ganzheitlichen Überblick über Duchamps Leben und Werk zu geben, um einen Eindruck seines Wesens und seiner künstlerischen Entwicklung zu geben, die nicht zuletzt auch von Nöten ist, um die Entstehung und das Nachwirken dieses Werkes in seiner Gesamtheit verstehen zu können. Außerdem sollen auch andere Beispiele der künstlerischen Darstellung von Bewegung in der Malerei, Plastik, Fotografie und im Film vorgestellt werden. In diesen Zusammenhang soll darüber hinaus auch Duchamps Akt gebracht werden. Die Vorgehensweise dieses Vorhabens gliedert sich wie folgt:Ausgehend von einer vorweggehenden Beschäftigung mit Duchamps Vita und ihren wichtigsten Punkten handelt es im Weiteren darum, den Akt in einer ausführlichen Bildanalyse zu besprechen. In der Interpretation soll besonderes Augenmerk auf die Entstehungsgeschichte mit den Werken, die zur Konzipierung des Akts geführt haben, gelegt werden. Es gilt zu klären, wo Duchamp seine Inspiration für das Werk gefunden hat. Weiter wird die Ablehnung des Akts durch die Kubisten und ihre Gründe dargestellt. Die nicht unerheblichen Konsequenzen dieser Ablehnung sollen dabei herausgestellt werden.Letztlich sollen vor dem Hintergrund Duchamps künstlerischer Entwicklung, zum einen seine Gründe für die Abwendung von der Malerei, ab dem Jahre 1912, und zum anderen der Begriff der retinalen Kunst und seiner Abneigung ihr gegenüber geklärt werden. In diesem Zusammenhang soll auch Duchamps Erfindung des Ready-Mades Erklärung finden, sowie ihre Auswirkungen auf den gesamten Kunstbegriff.
Allan Kaprows Happening "Fluids" (1967). Formale und inhaltliche Sonderstellung im Oeuvre Allan Kaprows
Studienarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Kunst - Kunstgeschichte, Note: 1,3, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (Kunstgeschichtliches Institut), Veranstaltung: Kunst in den USA um 1960, Sprache: Deutsch, Abstract: In meiner Hausarbeit werde ich die formale und inhaltliche Sonderstellung von Happening "Fluids" (1967) im Oeuvre Allan Kaprows untersuchen. Dabei werde ich mich mit den Texten auseinandersetzen, die sich entweder direkt auf die "Fluids" beziehen oder das Happening als Kunstform behandeln. Hervorheben möchte ich jedoch zwei Autoren, Philip Ursprung und Jeff Kelley, die in den letzten Jahren mit den Publikationen über Kaprow auf sich aufmerksam gemacht haben. Als besonders aufschlussreich zeigten sich auch Kaprows eigene kunsttheoretische Beiträge, die in verschiedenen Formen (Essay, Interview, Künstlergespräch, Kommentar) seit seinen Anfängen als Aktionskünstler in den späten 1950er Jahren bis zum seinen Tod im Jahr 2006 veröffentlicht worden sind. Das Gespräch Kaprows mit dem deutschen Happennisten und dem Fluxus-Künstler Wolf Vostell aus dem Jahr 1966 sowie das zwei Jahre später geführte Interview mit dem Theaterwissenschaftler und dem Herausgeber der Theaterzeitschrift "The Drama Review" Richard Schechner sehe ich als besonders wichtig für das Verständnis von Kaprows Werk.Zunächst möchte ich mit ein paar Worten Kaprows philosophischen Urvater, den US-amerikanischen Philosophen, Pädagogen und Psychologen John Dewey und seine Theorie der Kunst als ästhetische Erfahrung sowie Jackson Pollock, der den Weg Kaprows von Malerei in Richtung Happenings ebnete, vorstellen.
Anders Zorn und Max Liebermann. Eine Freundschaft im Zeichen des Impressionismus
Studienarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Kunst - Bildende Künstler, Note: 1,7, Eberhard-Karls-Universität Tübingen (Kunsthistorisches Institut), Sprache: Deutsch, Abstract: Der Impressionismus ist eine Kunstströmung, welche sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stilprägend durch französische Maler entwickelte. Diese Art Kunst ist jedoch nicht nur Strömung und Ausdruck des damals herrschenden Zeitgeists, sondern auch eine neue Etappe in der Entwicklung europäischer Malerei. Die klassische Periode, die mit der Renaissance begann, endete mit Beginn des Impressionismus. Die impressionistischen Bilder der Künstler besaßen keine historische, schwere Basis, denn "es galt zu malen, was man sah, nicht, was man zu sehen gelernt hatte." Der schwedische Maler Anders Zorn und Max Liebermann, ein deutscher Maler, waren beide Teil dieser Bewegung und freundeten sich während der impressionistischen Kunstperiode an.Ausgehend vom Titel soll in dieser Arbeit dargelegt werden, inwieweit Anders Zorn und Max Liebermann miteinander verbunden waren. Waren die beiden nur Gleichgesinnte und eine gemeinsame Vorstellung des zeitgenössischen Kunstbegriffs die Basis für eine persönliche Freundschaft, oder diente Max Liebermann dem schwedischen Maler gar als Inspirationsquelle für Malstil und Motivideen? Um diesen Sachverhalt zu klären, werden Bilder von Anders Zorn und Max Liebermann im Folgenden untersucht und anschließend verglichen. Anhand des daraus resultierenden Ergebnisses soll die oben genannte Frage diskutiert werden.
Annie Leibovitz und der Pirelli-Kalender 2016. Ein bildästhetischer Wendepunkt?
Masterarbeit aus dem Jahr 2019 im Fachbereich Kunst - Kunstgeschichte, Note: 1,3, Technische Universität Dresden, Sprache: Deutsch, Abstract: In dieser Arbeit werden drei zentrale Fragen untersucht: Zum einen, was das Umbruchhafte an der 2016er Edition war und wie sich die Bilder von Leibovitz im Gesamtkontext der Pirelli-Geschichte einordnen lassen. Zum anderen soll ergründet werden, welche Rollenbilder der Kalender entwirft, denn es ist anzunehmen, dass diese einen aktuellen Bezug zum aktuellen Zeitgeschehen herstellen. Abschließend wird der Frage nachgegangen, ob es hinsichtlich der globalen Ästhetik des Kalenders einen anderen Blickwinkel durch eine weibliche Fotografin gab, beziehungsweise wie ausschlaggebend der männliche Blick für die Ästhetik des Kalenders ist. Es gilt demnach zu untersuchen, ob ein männlicher Fotograf ebenfalls in der Lage gewesen wäre, Frauen in einem anderen Blickwinkel darzustellen und einen Wendepunkt für den Pirelli-Kalender einzuläuten. In diesem Zusammenhang findet ein kurzer Exkurs zu dem Essay Male Gaze von Laura Mulveys18 statt. Die Beschäftigung mit dem von Mulveys beschriebenen männlichen Blick, war in Bezug zur Ästhetik des Kalenders ein wichtiger Forschungsgegenstand.Die weiteren Ausführungen beginnen mit der Fotografin Leibovitz, die zunächst kurz anhand ihrer Biographie vorgestellt wird. Ihre Arbeitsweise und die Widersprüchlichkeit in ihrem Werk werden durch die Thesen von Catherine Zuromskis erläutert. Kapitel 2 ist einzig dem Pirelli-Kalender gewidmet. Die zentralen Fragen sind, was den Kalender zum Mythos werden ließ und wodurch sich seine Bildästhetik definiert. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit der Historie des Kalenders und der Annahme, dass sie Parallelen zur Emanzipationsgeschichte aufweist. Beides wird in Bezug zueinander gesetzt und dahingehend auch auf die Vielfalt der abgebildeten Frauen eingegangen. Das Kernstück der vorliegenden Arbeit reflektiert die von Pirelli entworfenen Frauenbilder. Dabei wird die damit einhergehende Erwartungshaltung thematisiert, die mit dem jährlichen Erscheinen des Kalenders verknüpft ist. Unumgänglich beinhaltet diese eine Debatte über Sexismus, die jedoch auf Grund des begrenzten Rahmens dieser Arbeit nicht angemessen behandelt werden kann, aber dennoch einen immanenten Punkt im Rahmen der Debatte darstellt. Neben der Erwartungshaltung bilden auch die Reaktionen auf den Kalender eine gute Diskussionsgrundlage zum Thema der politischen Korrektheit. An dieser Stelle wird zudem erörtert, was das Umbruchhafte an der 2016er Edition war.
Antikensehnsucht: Johann Joachim Winckelmann und die Folge
Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Kunst - Kunstgeschichte, Note: 2,0, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Sprache: Deutsch, Abstract: Wirft man einen allgemeinen Blick auf die Kunst des 18. Jahrhunderts, sticht ein wissenschaftlicher Name klar hervor - Johann Joachim Winckelmann. Fachunabhängig werden die meisten Menschen diesen Namen als bekannt wahrnehmen, viele werden wissen, dass er mit Archäologie und Kunstgeschichte in Verbindung gebracht werden muss. Warum ist das so? Wie kam Winckelmann zu diesem unterschwelligen Bekanntheitsgrad? Um dies zu beantworten bedarf es zunächst eines kurzen Exkurses, was und wer mit der Kunst bis zum 18. Jahrhundert in Verbindung gebracht werden muss und welche Voraussetzungen für Winckelmann gegeben waren, um daran mit seinen Werken anzuknüpfen. Mit Barock als vorherrschende, epochale Stilrichtung lassen sich Künstler wie Peter Paul Rubens, Jan Vermeer oder Diego Velázquez trotz ihrer thematischen Unterschiedlichkeit verbinden, prunkvolle Architektur wie das Schloß Versailles und dessen Kommittent König Ludwig XIV. kommen einem in den Sinn und Frauen in aufwendigen Kleidern aus teuren Stoffen mit weiten Reifröcken. Und natürlich Kirchen, nach italienischem Vorbild gestaltet mit teurem Marmor, verziert mit Gold, aufwendigen Putten und Ornamenten. Doch all der Prunk und der über Kunst aufgezeigte Reichtum verlieren im ausgehenden 18. Jahrhundert an Reiz. Die Kunst und speziell die aufkeimende Kategorie der Kunstwissenschaft sehnt sich zurück nach klaren Formen und Strukturen, nach schlichter Darstellung. Von Antikensehnsucht ist die Rede, denn die Antike scheint die einzige Epoche zu sein, in der von wahren Meistern und einem vollkommenen Stil gesprochen werden kann1. Und Winckelmann sollte der erste wahre Kunsthistoriker und Archäologe werden, der sich damit auseinandersetzt und so durch neue Ansätze und Vorgehensweisen die Kunstwissenschaft neu definiert.
Artes Amatoriae
Bau und Überbau
Brunnenanlage der Quattro Fontane in Rom. Baugeschichte und der Ikonographie der Brunnen
Magisterarbeit aus dem Jahr 1995 im Fachbereich Kunst - Kunstgeschichte, Note: 1,0, Universität Stuttgart (Kunstgeschichte), Veranstaltung: Magisterarbeit, Sprache: Deutsch, Abstract: In den Jahren 2014/15 wurde die gesamte Brunnenanlage der Quattro Fontane restauriert. Diese Arbeit befasst sich 20 Jahre zuvor mit dem Zustand, der Baugeschichte und der Ikonographie der Brunnen. Durch die in der vatikanischen Bibliothek vorhanden Originale der Piante di Roma sowie deren Kopien in der graphischen Sammlung der Württembergischen Landesbibliothek wurde die Stadtentwicklung im Umfeld der Brunnenanlage untersucht. Interessant ist die Neuentwicklung der Stadt zwischen den Palazzi und Kirchen im Bereich der Quattro Fontane. Was die Brunnen betrifft, entstammen zwei der Brunnenfiguren, die Göttin Diana vor dem Palazzo Barbarini und der Flussgott vor dem Palazzo del Drago, dem klassischen Frühbarock und sind für ihren Standort am Brunnen geschaffen worden. Wie diese Arbeit erstmals herausarbeitet, stammen der Flussgott Tiber vor der Kirche San Carlo und die Brunnenfigur vor dem Palazzo Galoppi-Volpi aus der manieristischen Renaissance. Diese sind Jahrzehnte vor der Brunnenanlage entstanden und vermutlich bereits zuvor an anderem Standort aufgestellt gewesen. Diese Arbeit befasst sich mit der Herkunft der beiden älteren Brunnenfiguren und stellt eine Verbindung zur Villa Tivoli her, die zu Beginn des Baus der Quattro Fontane in Besitz von Ippolito II. war, der außerdem die angrenzende Vinea mit Garten neben der Brunnenanlage besaß. Der Flussgott vor der Kirche San Carlo hatte anfangs als Attribut einen stehenden Hirsch als Symbol der Trinitarier beigestellt. Erst später wurden die Stuckattribute in Form von Wölfin mit Romulus und Remus angefügt, welche diesen eindeutig zum Flussgott Tiber machen. Die weibliche liegende Brunnenfigur vor dem Palazzo Galoppi-Volpi wird heute gern als Juno bezeichnet. Wenn die manieristische Skulptur ursprünglich in römischen Gärten stand, erzählen die Symbole mit Königskrone, Schwert und Buch sowie der Gans die Geschichte der römischen Nymphe Egeria, die den zweiten König von Rom Numa Pompilius beraten hat. Die heute gern zugeordnete Juno passt schon wegen der Symbole nicht, wäre aber auch nicht als liegende Wassergöttin dargestellt. Der Flussgott vor dem Palazzo del Drago wird gern als Arno (Fluss durch Florenz) bezeichnet. Da üblicherweise Flussgötter an Brunnenanlagen deren Quellgötter kennzeichnen, ist der Flussgott Aniene passender, der das Aquädukt speist, von dem die Brunnenanlage das Wasser erhält.
Böcklin und Thoma
In "Böcklin und Thoma" entfaltet Heinrich Thode eine tiefgehende Analyse und Würdigung der Lebenswerke der beiden bedeutenden Künstler Arnold Böcklin und Franz von Thoma. Der Text vereint kunsthistorische Erkenntnisse mit einer poetischen Sprache, die den Leser dazu einlädt, die Schnittstellen zwischen Kunst, Mythologie und persönlicher Erfahrung neu zu entdecken. Thode schildert die Entwicklung der beiden Künstler vor dem Hintergrund der künstlerischen Bewegungen seiner Zeit und beleuchtet deren einzigartige Stilmittel und Themen, die von einer tiefen Verwurzelung in der Natur und der Philosophie geprägt sind. Heinrich Thode, selbst ein geschätzter Kunsthistoriker und Literaturwissenschaftler, war stark von den künstlerischen Strömungen des späten 19. Jahrhunderts beeinflusst. Seine fundierte Ausbildung und Leidenschaft für die Kunst treibt ihn an, diese beiden Meister des Symbolismus und der romantischen Landschaftsmalerei in einem neuen Licht darzustellen. In seinem Werk spiegelt sich Thodes umfangreiche Forschung und seine persönliche Beziehung zur Kunst wider, was dem Leser einen einzigartigen Zugang zu den Betrachtungen seiner Protagonisten ermöglicht. Das Buch ist eine unentbehrliche Lektüre für Kunstliebhaber und Studierende der Kunstgeschichte, die nicht nur die Werke von Böcklin und Thoma besser verstehen möchten, sondern auch die philosophischen und emotionalen Schichten, die deren Kunst durchdringen. Thodes prägnante Analysen und seine meisterhafte Prosa machen dieses Buch zu einem fesselnden Erlebnis und einem wertvollen Beitrag zum Verständnis der Kunst der Vergangenheit.
Caspar David Friedrich und die Rückenfigur. Die Subjekt-Objekt-Relation in der Malerei der deutschen Romantik
Bachelorarbeit aus dem Jahr 2016 im Fachbereich Kunst - Kunstgeschichte, Note: 2,0, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (IEK - Institut für Europäische Kunstgeschichte), Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Bedeutung und Ausprägung des Sujets der Rückenfigur im Werk Caspar David Friedrichs im Kontext der Einordnung seiner Malerei in die Periode der deutschen Romantik.Dabei wird besonders zu klären sein, welches tatsächliche Gewicht die naturphilosophischen Vorstellungen der ästhetischen Erziehung jener Zeit auf sein eigentliches Werk hatte. Infolge dieser Fragestellung werden im Anschluss dieser Ausführungen vier exemplarische Beispiele rückansichtiger Figuren Friedrichs im Vordergrund einer ausgebildeten Monumentallandschaft, im Hinblick auf ihre gestalterischen Merkmale, analysiert und nach kontrapunktischen Faktoren der jeweiligen Poleinterpretatorisch ausgelegt. Um mögliche Entwicklungen ästhetischer und naturphilosophischer Tendenzen im künstlerischen Schaffen Friedrichs sichtbar zu machen, werden die gewählten Werke nach der chronologischen Reihenfolge ihres Entstehensbearbeitet.Dabei werden vor allem die von Werner Hofmann und Regine Prange postulierten Thesen, die Rückenfigur sei als eine mediale Schnittstelle zwischen Landschaft und Rezipienten zu verstehen, die das Äußere und Innere miteinander in Einklang zu bringen versuche und somit die inhärenten Bildgrenzen aufhebe, als argumentative Grundlage dienen. Um nicht in ein einseitiges Interpretationsschema zu verfallen, soll vor allem die immanente kompositorische Gestaltung der Friedrichschen Werke in den Vordergrund der anstehenden Untersuchungen rücken.
Combining photography with painting in theory and practice. New forms of representation
Master's Thesis from the year 2001 in the subject Art - History of Art, grade: Pass, University of Hertfordshire, course: part-time Masters, language: English, abstract: In order to satisfy cultural demands for artists to recognise their responsibilities towards cultural misrepresentations issues relating to ethics, ethnicity, religion and sexuality, newforms of representation are being formulated. Through the practice of photography, chirography and other media and the theme of the female shoe, this research can explore theseand other related issues that question the position we find ourselves in, and hopefully increases the important debate surrounding the future of photographic practices.The research has revealed that there are two approaches to the ways in which photographic and chirographic combinations can be evaluated. One where photographic based imagessimulate the visual appearance of chirographic media in various forms and secondly where chirographs imitate the visual appearance of photographs. In addition it can also be concluded that as a result of this investigation, and through employing the concept of contiguity, the additional reference has been made to 'imprints' such as vacuum-formed images. In these cases the research reveals that it is this particular kind of indexical emphasis [rather than iconic] that gives it its connotative power and in doing so aligns itself with Post-modern theories.
Dalí Dalí
Dante Gabriel Rossetti: "Ecce Ancilla Domini". Proseminarska naloga iz ikonografije
Seminar paper from the year 2014 in the subject Art - History of Art, grade: 8 (2,3), , course: History of Art, language: Slovenian, abstract: Art analysis of Dante Gabriel Rossetti's "Ecce Ancilla Domini", or "The Annunciation".V svoji proseminarski nalogi bom predstavila zgodnje delo britanskega slikarja, pesnika in ¿lana bratov¿¿ine Prerafaelitov Danteja Gabriela Rossettija Ecce Ancilla Domini, naslikano leta 1850. Rossetti je upodobil skozi zgodovino pogosto uporabljan motiv Oznanjenja, vendar je s svojo interpretacijo presekal tradicijo klasi¿nih sve¿anih upodobitev. Mojo pozornost je najprej pritegnila neobi¿ajna upodobitev Marije, ki je skr¿ena in stisnjena ob steno, njen pogled je pre¿et s strahom, nezaupanjem. Njeno krhko, bledo telo, ¿e odmislimo svetni¿ki sij, ne iz¿areva nikakr¿ne bo¿anskosti, ki bi bila primerna za mater Bo¿jega sina. V proseminarski nalogi bom posku¿ala najti razlog te nenavadne Rossettijeve upodobitve, osredotöila se bom na njegovo marijansko poezijo in razlo¿ila njegovo dojemanje Marije Device ter njegov odnos do nje.
Darstellungen von Frauen auf antiken Gefäßen aus der Kasseler Antikensammlung im Schloss Wilhelmshöhe
Magisterarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Kunst - Kunstgeschichte, Note: 1,0, Universität Kassel, Sprache: Deutsch, Abstract: Am Beispiel der Vasen aus der Antikensammlung im Schloss Wilhelmshöhe wird die Darstellung der Frauen auf attischen Vasenbildern der spätarchaischen und klassischen Zeit (6. und 5. Jh. v. Chr.) untersucht. Die Untersuchtung ergibt, dass die Kasseler Sammlung die wesentlichen Themen der Frauendarstellung dokumentiert. Im Vergleich der Arbeit mit dem Katalog der antiken Gefäße der Staatlichen Kunstsammlung Kassel (Konstantinos Yfantidis, Antike Gefäße, Kassel 1990) werden die Vasenbilder nicht nur dokumentiert, sondern auf die rechtliche und soziale Stellung der Frau im antiken Athen bezogen. Für die Interpretation dieser Frage werden literarische Quellen, der aktuelle Forschungsstand, sowie Vasenbilder anderer Museumssammlungen hinzugezogen.
Das Ambraser Korallenkabinett und seine Verbindung zum Meer. Material und ikonographische Bedeutung eines Sammelstücks der Frühen Neuzeit
Studienarbeit aus dem Jahr 2017 im Fachbereich Kunst - Kunstgeschichte, Note: 1,0, Universität Augsburg, Sprache: Deutsch, Abstract: In dieser Hausarbeit wird die Zusammensetzung des Ambraser Korallenkabinetts, seine Verbindung zum Meer und die Rolle des Sammelstücks in der Kunst- und Wunderkammer genauer beleuchtet. Dazu ist es nötig, das Werk in seiner materiellen Zusammensetzung sowie auf seine ikonischen Inhalte zu untersuchen. Das Ambraser Korallenkabinett ist ein wunderbares Beispiel für die Sammelleidenschaft der Renaissance und Frühen Neuzeit. Kunstkammern und Raritätenkabinette wurden von Adel und Bürgertum angelegt. Auch Schätze aus dem Meer wurden dabei verarbeitet. Korallen, Perlen und Muscheln als gezähmte Teile eines unbezwingbaren Elements. Welche Verbindung hat das Korallenkabinett des Ambraser Schlosses zum Meer?In Kapitel Zwei wird zunächst das Kunstobjekt mit den darin befindlichen Elementen beschrieben und seine Materialien analysiert. Im Anschluss daran wird die Entstehungsgeschichte des Ambraser Korallenkabinetts erörtert und die Veränderungen des Objekts von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zu seinem heutigen Zustand untersucht, wobei die Werkelemente genauer beschrieben werden und eine erste Deutung erfolgt. Im dritten Kapitel wird das Hauptmaterial, die Koralle, in ihrer mythologischen wie auch ikonographischen Bedeutung betrachtet, während in Kapitel Vier der Zusammenhang von den Kunst- und Wunderkammern, der Weltanschauung der Renaissance und des Sammelns von Korallen eruiert werden soll. Im fünften Kapitel erfolgt die Verknüpfung des Werkes und seiner einzelnen Bestandteile mit der frühneuzeitlichen Wahrnehmung des Meeres.
Das fatimidische Bergkristallgefäss im Schatz der Stiftskirche St. Servatius in Quedlinburg
Akademische Arbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Kunst - Kunstgeschichte, Note: 1,3, Universität St. Gallen, Sprache: Deutsch, Abstract: In der folgenden kunstgeschichtlichen Arbeit soll das berühmte fatimidische Bergkristallgefäss aus dem Domschatz zu Quedlinburg untersucht werden. Es ist ein äusserst wertvolles Reliquiar und fasziniert zum einen als Objekt durch seine kunstfertige Verarbeitung aus einem äusserst wertvollen Rohmaterial und zum anderen als Reliquiar durch seine islamisch-ägyptische Herkunft und die spätere christlich-europäische Verwendung. Zunächst wird das Objekt für sich betrachtet, beschrieben und dann im Bezug auf den Domschatz zu Quedlinburg eingeordnet. Danach wird das Objekt in seiner Funktion als Reliquiar untersucht. Schliesslich soll das Objekt in seine fatimidische Herkunft eingebettet werden, um zuletzt eine Betrachtung der Symbolik des Objektes und der damit verbundenen Tradition der Allegorese zu erlauben. Dabei wird in dieser Untersuchung stets vom Objekt aus analysiert und dann erst der grössere Bezugsrahmen gesetzt, um der ursprünglichen Bedeutung des Objektes möglichst nahe zu kommen und so, rückwärtig, die Rezeptionsgeschichte nachzuverfolgen. Das besondere Augenmerk der Untersuchung gilt einmal der Entwicklungsgeschichte des Objektes von seinen Ursprüngen bis hin zum Reliquiar und zudem die spezielle Bedeutung des verwendeten Bergkristallgefässes als Behältnis einer Reliquie.
Das Gemälde "Historische Szene mit einem unbekleideten König am Wasser" (1637/38). Das Alte Testament im ¿uvre von Johann Heinrich Schönfeld
Masterarbeit aus dem Jahr 2020 im Fachbereich Kunst - Kunstgeschichte, Note: 1,7, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Kunsthistorisches Institut), Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Arbeit nimmt es sich zur Aufgabe, die Einordnung des Sujets durch PIGLER als "Die Heilung des Feldhauptmanns Naaman durch den Propheten Elisäus" nachzuverfolgen. Es soll sich dabei um einen Versuch handeln, das Gemälde "Historische Szene mit einem unbekleideten König am Wasser" anhand seiner Ikonographie und Bildsprache zu analysieren, um nachzuvollziehen, ob es sich dabei tatsächlich um das vorgeschlagene Thema handeln kann. Erschwert wird die Bestimmung des Themas dadurch, dass das Naaman-Thema in der Bildenden Kunst nur selten zu finden ist. Zeichnungen und Gemälde, die das Thema behandeln, sind deshalb nur rar. Lediglich vereinzelte Holzschnitte sowie einzelne Stiche der Frühen Neuzeit und nur wenige Gemälde können zum Vergleich herangezogen werden. Die wenigen Vergleichsgemälde stammen dabei aus dem niederländischen Raum und zeigen hauptsächlich die Beschenkung des Propheten Elisäus, nicht jedoch die Heilung des Naaman selbst. Daraus resultieren Probleme, da Schönfeld einen Sonderfall unter den Künstlern seiner Zeit bildet. Denn wie bereits Joachim von SANDRART treffend in seiner Teutschen Academie bemerkt, habe Schönfeld über einen "zierliche[n] Geist" verfügt. Seine Werke seien überdies "schöne[ ] Bilder[ ]", die nicht nur mit "schönen Thieren/ alten Ruinen", sondern auch mit "zierlichen Landschaften" versehen seien. Auch findet sich neben einer schönheitlichen Überhöhung in seinen Werken zusätzlich eine geheimnisvolle Ausstrahlung. Verstärkt wird diese Eigenart Schönfelds, zierliche Bilder zu malen, durch die Wahl äußerst seltener Themen sowie den eigenartigen Kompositionen. Insbesondere die Abweichung des Künstlers vom klassischen Darstellungskanon bildet eine Schwierigkeit bei der Analyse und Interpretation seiner Werke. Denn Schönfelds Gemälde spiegeln in erster Linie seine eigenen bildhaften Ideen wider. Das betont den eigenartigen Zugang Schönfelds zur Gestaltung seiner Werke. Mag sein, dass es einem gebildeten Betrachter des 17. Jahrhunderts leichter gefallen war, Text und Bild auf den ersten Blick zu erschließen. Dem heutigen Betrachter fällt es sichtlich schwer, da diesem Kenntnisse zu Ikonographie und Text fehlen.
Das Leben des Michelangelo
Vasari stilisiert Michelangelo zum göttlichen Künstler und schließt die erste Ausgabe der Vite 1550 mit seiner Lebensbeschreibung ab. Es ist die umfangreichste Schilderung und Höhepunkt der ersten Edition, ehe es Vasari in der zweiten Ausgabe 1568 wagt, seine eigene Lebensgeschichte ans Ende des Werkes zu setzen.Michelangelo Buonarroti wird von Vasari als größter Künstler aller Zeiten beschrieben. Mit dem Florentiner David, der ersten freistehenden Kolossalfigur der Neuzeit, begründet Michelangelo eine neue Zeitrechnung in der Geschichte der Bildhauerei. Er ist ein Geistesverwandter der Päpste, Fürsten und Könige, die sich von ihm Kunstwerke erbitten und ihm Aufträge erteilen. In Rom entstehen Michelangelos anspruchsvollste Werke, darunter die Fresken der Sixtinischen Kapelle und die Kuppel von St. Peter. Doch Vasari verhehlt auch die Misserfolge des Meisters nicht, wie das nie fertig ausgeführte Grabmal für Papst Julius II.Vor allem seine vollendete Zeichenkunst, seine künstlerische Produktivität und Energie, die sich universell auf die Malerei, Bildhauerei und Architektur erstrecken, lassen Michelangelo zum Vorbild aller nachfolgenden Künstler werden.
Das Motiv des Reisens in der ottonischen Buchmalerei
Das Naturalienkabinett des ehemaligen Reichsstiftes Gandersheim
Das im Mittelalter bedeutende "Kaiserlich freie weltliche Reichsstift Gandersheim" erlebte im 18. Jahrhundert unter Fürstäbtissin Elisabeth Ernestine Antonie von Sachsen-Meiningen eine zweite Blüte. Die Abteigebäude wurden barockisiert, neue Bibliotheken gegründet und umfangreiche Sammlungen aufgebaut - darunter ein Naturalienkabinett, dessen mehr als 30.000 Exponate aus Mineralogie, Paläontologie, Botanik, Zoologie und Kunsthandwerk zu den eindrucksvollsten frühmodernen Sammlungsprojekten im deutschsprachigen Raum zählen. Zwei zeitgenössische Inventare aus 1730 und 1769 ermöglichen heute einen präzisen Blick auf Umfang, Systematik und kuratorische Ambition dieser Sammlung.Die vorliegende Publikation rekonstruiert erstmals umfassend die Entstehung und Funktionslogik dieses Naturalienkabinetts: die wissenschaftlichen und künstlerischen Intentionen der Fürstäbtissin, die Ordnungssysteme des 18. Jahrhunderts, die Provenienzen der Objekte sowie die europaweiten Liefer- und Korrespondenznetzwerke, auf denen die Sammlung basierte. Ebenso beleuchtet werden die externen Berater, die naturkundlichen Debatten der Zeit und die zeitgenössische wissenschaftliche Interpretation der Naturalien.Auf Grundlage bislang kaum ausgewerteter Quellen zeigt das Buch, wie die Fürstäbtissin gemeinsam mit ihrem Oberhofmeister Johann Anton Kroll von Freyen ein Wissenszentrum etablierte, das in Struktur und Anspruch bereits modernen Naturkundemuseen vorausgriff. Abgerundet wird die Darstellung durch die Nachzeichnung des Weges der Sammlung nach der Aufhebung des Reichsstiftes 1811 und ihre heutige Verortung in Coburg.Ein präzises recherchiertes Werk für Fachwissenschaftler, Sammlungsforscher und alle, die die Geschichte frühneuzeitlicher Wissenskulturen erschließen wollen.
Das Plakat als Gestaltungsaufgabe am Bauhaus
Magisterarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Kunst - Kunstgeschichte, Note: 1,7, Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Kunstgeschichte), Sprache: Deutsch, Abstract: 1. EINLEITUNGArchitektur, Möbel, Formalismus, Avantgarde. Diese Begriffe finden sich in jedem Text über eine der einflussreichsten Bildungsstätten für die klassische Moderne wieder. Zahlreiche Forschungsarbeiten haben das Bauhaus bereits aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln analysiert, dabei Künstler und ihre Werke vorgestellt und somit zur enthusiastischen Beschäftigung mit der Institution angeregt. Dass das Bauhaus jedoch auch dazu beigetragen hat, dass ein ganzer Berufszweig - der des Grafikdesigns - seine heutige Bedeutung erlangen konnte, wird zwar nicht überraschen, dennoch dürfte es zu den unbekannten Seiten der Schule gehören. Die Reklamewerkstatt des Bauhauses gehörte zeitweilig sogar zu den wichtigsten Werkstätten im Haus und sie schuf ein umfangreiches Werk, das von der Bauhaus-Forschung erst seit einigen Jahren erschlossen ist. Die hergestellten Werbematerialien sind dabei in Form und Zweck so vielfältig, wie sie auch zahlreich sind.In der vorliegenden Arbeit soll zwischen den vielen unterschiedlichen Drucksachen des Bauhauses das Plakat in den Vordergrund geholt werden. Von der Bauhaus- und der Plakat-Literatur nur unzureichend untersucht, stellt es lediglich eine Randbeobachtung dar und wird dabei als Beispiel für den Funktionalismus und den Konstruktivismus in der Reklamegestaltung herangezogen. Dabei wird es nur oberflächlich mit Begriffen wie "sachlich" und "funktional" beschrieben, während eine Betrachtung im Rahmen des gesamten Entstehungsprozesses am Bauhaus ausbleibt. Auch eine Untersuchung der Plakate im Hinblick auf Werbung in den 20er und 30er Jahren wird in der Literatur kaum vorgenommen.